Sarmentus, ein aus Etrurien stammender Sklave; er war im Besitz des M. Favonius, der nach der Schlacht bei Philippi (42 v. Chr.) hingerichtet wurde (s. Münzer o. Bd. VI S. 2076) und dessen Güter zu einem Teil dem Maecenas zufielen. Von Maecenas wurde S. freigeiassen und gewann als Spaßmacher, aber auch durch seine Schönheit und durch die Gefälligkeit, mit der er sich preisgab, die Gunst des Augustus und große Reichtümer. Er wagte es sogar, sich durch Geld den Ritterrang zu verschaffen (vgl, Porphyr. Horat. sat. I 5, 51–53. 55) und wurde deshalb angeklagt, aber freigesprochen. In seinem späteren Alter geriet er infolge seiner Verschwendungssucht in bittere Armut, Schol. Iuven. 5, 3. Plut. Ant. 59. Als Typus des Parasiten an der kaiserlichen Tafel, der Demütigungen über sich ergehen lassen muß, nennt ihn Iuven. 5, 3f., als Possenreißer am Tisch des Maecenas Horat. sat. I 5, 52ff. Auf dieselben Szenen spielt Quintil. VI 3, 58 an (nach der scharfsinnigen Konjektur Radermachers z. St., durch welche die Schwierigkeit der Lesung beseitigt erscheint). Ein Witzwort des S. teilt auch Schol. Iuven. a. a. O. mit.