RE:Triphylia

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Landschaft an Westküste des Peloponnes
Band VII A,1 (1939) S. 186201
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Triphylia, Landschaft an der Westküste des Peloponnes zwischen Alpheios und Neda.

I. Der Name.

1. Formen. Τριφύλιοι Bronzescheibe Anfang des 4. Jhdts., Jacobsthal Diskoi, Winckeim.-Progr. Berl. 1933, 29. Xen. hell, IV 2, 16. VI 5, 2. VII 1, 26. Strab. VIII 337. Τρίφυλοι Steph. Byz. e. Τριφυλία. Hesych. s. v. Ethnikon Τριφύλιος Steph. Byz. a. O. Ktetikon Τριφυλιακός Strab. a. O. und öfter. Τριφυλίς !0 Xen. hell III 2, 30. Steph. Byz. a. O. Dion. Per. 409, dazu Eustath. und Schob Τριφυλία Demosth. XVI 16. Strab. a. 0, und öfter.

2. Bedeutung. Die richtige Ableitung des Namens gibt Strab. a. O. (480, 5 M.) ἀπὸ τοὶ τρία φῦλα συνεληλυθέναι, ebenso Eustath. a. O. (GGM II 292, 30). Bei Steph. Byz. a. O. ist ἀπὸ τριῶν φυλῶν ἡ ἀπὸ τριῶν πυλῶν überliefert; ursprünglich war wohl die Wahl gelassen zwischen φυλῶν und φύλων; so Dindorf im Thes. Welche drei 10 Stämme gemeint seien, darüber gingen die Ansichten auseinander. Strab. VIII 337 (480, 7 M.) nennt τὸ τε τῶν ἄπ' ἀρχῆς Ἠπειῶν (Κ ὁ r a i 8: ἀπέων A: Ἀχαιῶν v. Wilamowitz Pind. 488, 2) καὶ τὸ τῶν ἐποικηοάντων ὕστερον Μινυῶν καὶ τὸ τῶν ὕστατα ἐπικρατησάντων Ἠλείων · οἱ δὲ ἀντὶ τῶν Μινυῶν Ἀρκάδας φασίν. Nach Eustath. zu Dion. Per. 409 (GGM II 292, 30) hat T. seinen Namen ὄαχ τὸ ὑπὸ τριῶν τινων οἰκεῖσθαι φύλων, ἐν οἷς καὶ Πύλιοι ἰθαγενείς καὶ ἔπηλυδες Μινύαι. Die Schob 40 ζ, d. St. (446 b 26) geben ὅτι ὑπὸ τριῶν φύλων Ἰθαγενῶν ὠκίσθη, Πυλιων (Πηλίων und Ἐπηλύδων codd.: Ἠλείων Bernh.), Ἠπειῶν, Μινυῶν. Von den Aehaiern, die v. Wilamowitz hereinbringen will, weiß die sonstige Überlieferung nichts. Die Eieier sind von den Triphyliern zu allen Zeiten als Feinde angesehen worden, die Arkader bis 369. Epeier, Minyer, Pylier waren auch sonst für diese Gegend bezeugt. Die griechischen Gelehrten haben also kombiniert, Niese Genethliakon für Robert 5013, 3; eine wirkliche Überlieferung war ihnen nicht mehr erreichbar. Das wäre schwer verständlich, wenn Nies e 13 recht hätte mit der Ansicht, der Name habe ,sich gebildet⁴ im Anfang des 4. Jhdts., ein Ausdruck, der den Vorgang in tiefstes Dunkel hüllt. Es läßt sich aber zeigen, daß der Name älter sein muß (unten 23). Zu demselben Ergebnis führt eine andere Überlegung. In der historischen Zeit gibt es in dieser Gegend keine Stämme mehr, sondern nur autonome Gemeinden. 60 Deshalb muß ein Name, der die Existenz von drei Stämmen voraussetzt, sehr alt sein. Erhalten haben kann er sich auch nach deren Auflösung im Zusammenhang mit einer nicht-politischen Institution (unten 21), während die einzelnen Namen, deren Kenntnis keinen praktischen Zweck hatte, vergessen wurden. Nachdem die Triphylier 369 v. Chr. dem arkadischen Bunde beigetreten waren (unten 24), wurde der Name von dem Eponymen [187] Τρίφυλος hergeleitet, Polyb. IV II, 8. Eustath. a. O. Anders Steph. Byz. a. O. ἀπὸ Τριφύλης τῆς Κλυτίον μητρός, v. Geisau o. Bd. XI S. 895, 23.

3. Verwendung. Der Name Τριφύλιοι hat demnach ethnisch in der historischen Zeit keine erkennbare Bedeutung. Einen politischen Verband bezeichnet er nur in der Zeit von 400–309 (unten 23); sonst bezeichnet er die Bewohner einer Landschaft, deren Ausdehnung wechselt. Die Historiker geben, wenn sie genau sind, die jeweiligen politischen Verhältnisse wieder. Xen. hell. III 2, 30 werden Epitalion und Phrixa neben den triphy-lischen Städten genannt, während Skillus zu den letzteren zu gehören scheint; ebd. III 5, 2 nennen die Eieier Skillus neben T. Auch Polyb. IV 77, 9 zählt Epitalion nicht mit unter den Städten von T., vgl. 80, 13. Unsinnig ist es, wenn Diod. XV 77, 1 die Gegend um Läsion T. nennt. Wie man sieht, betreffen diese Schwankungen in der Ausdehnung von T. nur die nördliche Hälfte, die an 2 den Alpheios grenzt. Von den Geographen hat Apollodoros versucht, Landschaften mit festen natürlichen Grenzen zu sondern. Das ganze Gebiet, das Nestor untertan war, nennt er Makistia. Er zerlegt es in Pisatis, T. und Kaiukonenland, Strab. VIII 353. 355. 367. Als südliche Grenze von T. betrachtet er die Neda, Strab. 348 (495, 18 M.); die nördliche muß er in dem Smerna-Gebirge gesehen haben, das bei Artemidoros Strab. 343 (488, 30 M.) Pisatis und T. trennt. Aber diese saubere i Unterscheidung hat sich nicht durchgesetzt. Vgl. die näheren Ausführungen o. Bd. XIV S. 778,24ff. Ich werde im folgenden das ganze Gebiet zwischen Alpheios und Neda behandeln, weil es wiederholt in der Geschichte unter dem Namen T. eine Einheit gebildet hat.

II. Die Landschaft.

A. Physische Geographie.

4. In dem Relief der Landschaft bildet den auffälligsten Zug das Kaïâpha- oder Smerna-Gebirge. Erst auf Philippsons Karten wurde es in seiner Form kenntlich; wirkungsvoller stellt es sich dar auf Gräfinghoffs Karte Athen. Mitt. 1913 Taf. IV, danach Skizze Rh. Mus. 1934, 320. Es beginnt im Westen dicht am Meere und zieht von da als schmaler steiler Rük-ken, nicht ganz 800 m hoch, nach Osten bis zur Tsiinberûla, die in tief eingeschnittenem Tal nordwärts dem Alpheios zuströmt. So bildet es eine ausgesprochene Grenze zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil der Landschaft. Durch eine Senke von 372 m größter Höhe getrennt, erhebt sich südlich vom Ostende des Smernagebirges die Vunöka, der Berg von Alvena, 1222 m hoch. Nach Westen sind ihm fächerförmig mehrere fast gleich hohe flache Rücken vorgelagert. Nach Osten dagegen schließt sich ein gleichförmiger breiter Wall von 1000 m Höhe an, das Gebirge von Paläö-kastron. Philippson Peloponnes 325. 327f. Von dessen Hauptkamm naeh Süden vortretende Berge senken sich in steilem Abfall zu einer niederen Plateaustufe, die wieder steilrandig zum Tal der Neda abbrieht. Philippeon 331. In die Plateaustufe sind tiefe Täler eingeschnitten, von denen das von Vervitsa eine ausgesprochene Grenze bildet. Als natürliche Grenzen von T. ergeben sich also im Norden der Alpheios, im Osten die Tsim-bertla und das Paläökastrongebirge, im Süden die Neda und im Westen das Meer. [188] Die Gebirge bestehen aus hellem Plattenkalk und Hornsteinschichten, nur der westliche Teil des Kaïâphagebirges aus dunklem undeutlich geschichtetem Kalk. Soweit die Hornsteine vorkommen, herrscht kein Wassermangel. Das Gebirge tragt Eichen. Philippson 328. 334. Bis zur halben Höhe ist das Kalkgebirge umlagert vom Jungtertiär, Sanden, Mergel, Kalksandstein (Poros). Auf der Westseite des Paläökastrongebirges sind 0 diese Ablagerungen vom Wasser in tiefen Schluchten zerfurcht. Dürre mit Makie bestandene Riedel trennen Täler mit fruchtbaren Hängen und wohlbewässerten Auen. Philippson 337. Das Jungtertiär zieht sich durch die Senke zwischen Vunöka und Smernagebirge hindurch zum Alpheios. Hier lagert es in flach nach Süden geneigten Schollen. Philippson 335. Flache, steilrandige Täler führen die Gewässer dem Alpheios zu. Die Höhen tragen Kiefern und Pinien.

5. Die Küste streicht in ungebrochener, wenig gekrümmter Linie von der Neda bis zum Alpheios. Sie besteht im Süden aus einem breiten Sandstreifen, weiterhin aus Dünen, zum Teil in mehreren Reihen. Philippson 336. Dieser Dünenwall ist vom Meere aufgebaut. Der vorherrschenden Windrichtung aus Süd und Südwest entsprechend, treffen die Wellen unter sehr spitzem Winkel auf die Küste und sind daher imstande, beträchtliche Mengen von Senkstoffen immer weiter nach Norden zu versetzen. Philippson 515f. Hinter den Dünen folgt bis zu den tertiären Hügeln eine Zone lehmigen Schwemmlandes, das die Bäche abgelagert haben. Philippson 336. Diese Küstenform endet am Kaiäphagebirge. Dessen westlichster Spitze sind drei Kalkklippen vorgelagert, die ein Dreieck mit nach Westen gerichteter Spitze bilden. Die südlichste trägt die Reste einer türkischen Paßsperre (Klidi). Südlich davon bespült der See von Kaläpha die steilen Felswände, mit denen das Gebirge nach Südwesten abbricht. Philippson 327. In ihnen öffnen sich zwei Höhlen; dem Boden der einen entquillt heißes schwefelhaltiges Wasser, Philippson 326. Partsch Olympia, Text I 14. Nach Norden setzen sich die Dünen als Nehrung fort, hinter der die Lagune von Agulinitsa bis dicht an die Mündung des Alpheios heranreicht. Philippson 327.

6. Der Alpheios bildet eine starke Verkehrsschranke, kann aber an mehreren Stellen durchfurtet werden. Rh. Mus. 1934, 321. Aus dem nördlichen Teil von T. fließen ihm zu die Bäche von Kréstena, Gréka, Platiäna und die Tsimberula. Das Tal der Neda, Ernst Meyer o. Bd. XVI S. 217OL, wird von der Einmündung des Tales von Vervitsa an abwärts von sanften Höhen begrenzt. Boutan Areh. Missions Scientifiques, 2‘e série I 196. N. v. Stackeiberg Otto Magnus v. Stackeiberg 216; der Fluß windet sich hin und 60 her in seinem Bett, das die ganze Talsohle ein-nimmt. About La Grèce contemp.³ 24. Nördlich der Neda mündet der Bach von Strovitsi, der Tho-lopotamos. Leake Morea 156. Pringsheim Athen. Mitt. 1909, 182. Es folgen die Bäche von Glätsa und Kalÿdona, die sich vor dem Austritt aus dem Hügelland vereinigen. Dörpfeld Athen. Mitt. 1913, 129 mit Taf. 5. Das nächste Gewässer ist der Bach, der bei älteren Reisenden [189] H. Isidoros heißt. Leake 55. Boblaye Recherches 135. Curtius Pelop. II 81. Bursian Geogr. H 279, 1. Er sammelt alle Bäche der Senke zwischen Vunôka und Smernagebirge und nimmt in der Küstenebene noch den Bach von Zachäro auf. Nördlich von diesem nennt Leake 54 den Mavropotamés, der in den See von Kaiäpha münde. Bursian 280. Frazer Paus. III 478 und VI Taf. VI. Damit muß der Bach von Xerochöri gemeint sein, der sich auf Gräfinghoffs Karte in das Meer ergießt, aber auf Philippsons Karte in den damals noch weiter nach Süden reichenden Strandsee mündet. Ich habe ihn jedenfalls 1909 auf meinem Wege durch die Dünen nicht gekreuzt.

7. Die wichtigste Verkehrslinie durchzieht die Landschaft längs der Küste. Am Westende des Kaïâphagebirges biegt der Weg für den von Norden kommenden zu den Kalkklippen von Klidi (oben 5) ab und folgt südlich von diesen den Dünen zwischen dem See und dem Meere. Philippson 338. östlich des Sees überschreitet ein beschwerlicher Pfad die Vorstufe, zu der das Gebirge nach Westen abbricht. Philippson 326f. Partsch Auf der Insel des Pelops, Bresl. 1902, 28f. Um das Ostende des Smernagebirges herum führt ein Weg von Kréstena her durch die Enge Stenö bei dem Dorfe Platiäna, dann durch ein Hochtal an der Nordseite des Paläokastrongebirges nach Andritsena und weiter nach Karÿtena. Partsch Olympia Text I 9. In west-östlicher Richtung ist der Verkehr auf die Senke zwischen Vunôka und Smernagebirge angewiesen, Paßhöhe 372 m. Philippson 328.

8. Die Bevölkerung belief sich nach der Zählung von 1928 in dem Gebiet zwischen der Neda und dem Rücken, der nördlich von Strovftsi bis zur Küste hinabreicht, in 9 Siedlungen auf 4313 Einwohner; zwischen dem genannten Riedel und dem Smernagebirge wohnten in 15 Siedlungen 8419 E. Nördlich des Gebirges ergaben sich für den Küstenstreifen 5111 E. in 5 Siedlungen, für die Mitte bis zum Bach von Gréka 7252 E. in 12 Siedlungen, für den Osten vom Bach von Gréka bis zur Tsimberüla 1887 E. in 5 Siedlungen. Das ergibt für die südliche Hälfte von T. 12732 E., für die nördliche 14 250, im ganzen 26 982 E.

II B. Historische Geographie.

9. Unsere wichtigsten Quellen sind Strabon und Pausanias. Strabon legt Artemidors Periplus zugrunde, weil dieser wie er selbst die mittelmeerischen Küsten in der Richtung von Westen nach Osten, also an der Westküste des Peloponnes von Norden nach Süden verfolgt. Apollodorus gab für jeden Abschnitt des Schißskataloge zuerst eine allgemeine Topographie und Geschichte und versuchte, danach die Lage der homerischen Örtlichkeiten zu bestimmen. Da er nun in dem einleitenden Abschnitt zum pylischen Katalog sich von Süden nach Norden bewegte, mußte Strabon seine Darstellung umbrechen und einzelne Stücke, so gut oder schlecht es ging, in Artemidors Beschreibung einschieben. Dadurch entstand ein höchst unerfreuliches Hinundher, das das Verständnis außerordentlich erschwert. Kleinere Zusätze hat Strabon auch aus Demetrios von Skepsis entnommen. Ed. Schwartz o. Bd. I S. 2868, 345. IV S. 2809, 53. 58. S. 2810, 12. Die genaueren [190] Ausführungen soll ein Aufsatz im Rhein. Mus. 1937 bringen.

Pausanias, Heberdey Reisen dee P. 69ff. Ed. Schwartz, o. Bd. I 8. 2868, 63ff., hat die Gegend selbst besucht. Er landet V 5, 3 am Po-seidion (unten 11. 15), wendet sich von da nach Lepreon und kehrt 5, 7 zurück, beide Male auf dem üblichen Wege durch die Dünen (oben 7). An der Festung Samikon vorbei zieht er 6, 1 weiter 10 nach Olympia. Er benutzt nicht einen Periplus, Schwartz a. O., sondern eine Periegese und fand vielleicht schon in ihr die Abschnitte, die mit Apollodoro» bei Strab. 346f. übereinstimmen, nämlich 5, 10. 6, 2. 3. Denn auch hier findet rieh bei Pausanias dieselbe Richtung auf exakte wissenschaftliche Erklärung der Phänomene wie sonst, die bei Apollodoros durchaus fehlt.

10. Veränderungen an der Küste. Der See von Kaïâpha war im Altertum nicht vor-20 handen; wahrscheinlich haben kräftige Erderschütterungen ein Absinken des lockeren Schwemmlandes bewirkt, Partsch 14. An seiner Stelle erstreckte sich vom Fuß des Gebirges bis zu den Dünen eine sumpfige Ebene. Die genaueste Beschreibung gibt Apollodoros Strab. VIII 346f. (492, 26–29 ψ 494, 6–8 M.). Auf einen anderen Berichterstatter geht der vielleicht durch Demetrios vermittelte Abschnitt 348 (495, 5–15) zurück. Es darf nicht stören, wenn hier die ganze 30 Örtlichkeit in die Nähe von Lepreon gerückt wird; denn Lepreon und T. waren damals vertauschbare Begriffe. Niese Gesch. II 258, 5. Genethl. 15. Dazu kommt aus Apollodors Behandlung der Städte des Katalogs 346f. (493, 4–26) über Arene und den Minyeios. Pausanias kennt, wie oben 9 b bemerkt wurde, aus eigener Anschauung nur den Weg durch die Dünen.

Die eine der beiden Grotten am Fuß des Gebirges (oben 5) war den Νύμφαι Ἀνιγριάδες geweiht, 40 ApoÙod. 492, 27. 493, 8; bei Paus. 5, 8 heißen rie ἌνιγρΙδες. Sie gehören doch wohl zu den Quellen dee A n i g r o ö; Apollod. 493, 8 legt das nahe, und auch nach Paus. 5, 11 floß der Anigros in der Nähe der Grotte. Allerdings sagt Paus. 5, 8 ἐξ Ἀρκαδικὸν κάτεισιν ὄρους, aber das kann nicht richtig sein; dort oben im Kalk entspringt kein Fluß. Außerdem sagt er, der Fluß führe von der Quelle an übelriechendes Wasser; das ist doch offenbar dasselbe schwefelhaltige Wasser, das noch heute in der einen Grotte hervorquillt. Philippson 326. Partsch 14. Wir setzen den Ausdruck κάτεισιν auf Rechnung des Pausanias.

Apollodoros nennt zuerst 492, 6 die beiden Grotten und zwei Haine; dann heißt es 494, 6 μεταξυ δὲ τοῦ Ἄνιγρου καὶ τοῦ ὀροὺς ἐξ ου ρεί, Wiese und Grab des lardanos, und dann die jähen Felsen, über denen früher die Stadt Samos lag an der Stelle der Festung Samikon. Das ist ein klares, in sich geschlossenes Bild. Der Anigros floß nörd-60 lieh der Grotten von den Schroffen weg quer über das Vorland und mündete in den Dünen. Das letztere ergibt sich aus Pausanias’ treffenden Bemerkungen 5, 7 über die Bildung des Quicksandes an dieser Stelle und schimmert auch in Apollodore Ausdruck durch 493, 11 Οἰνώδης δὲ ὧν ὁ τόπος. Leake Morea I 54 sah die Ausflußstelle noch offen. Daß mit dem Hom. H. XI 722 vorkommenden Minyeios dasselbe Gewässer gemeint ist, [191] ist im Altertum bei Apollod. 346 und Paus. 6, 3, in neuerer Zeit von Leake Morea III 426. B o b -layel34. Curtius 116, 84. Bursian210f. Dörpfeld 113 ausgesprochen; die in Nestors Erzählung gegebene Situation zwingt dazu, Rhein. Mus. 1934, 326.

In den Anigros mündet nach Paus. 5, 8 der Akidas, dessen Wasser nicht schwefelhaltig war. Es war also einer der weiter südlich von den Bergen herabkommenden Bäche, der nach dem Eintritt in die Ebene eine nordwestliche Richtung ein-echlug, wahrscheinlich der Mavropotamös (oben 6). Nun tischt es Paus. 5, 9 als eine besondere Gelehrsamkeit auf, daß der Akidas auch den Namen lardanos geführt haben solle. Das zielt auf die Behandlung von Hom. Il. VII 1335., die bei Strab. 495, 5–15 erhalten ist (o. 10). Um für die Kampfhandlung jener Stelle eine geeignete Örtlichkeit zu gewinnen und einen der beiden Flüsse Keladon und lardanos zu beseitigen, hatte ein Homererklärer (wie Schwartz S. 2869, 2 vermutet Zenodotos) das überlieferte Κελάδοντι in v. 133 in Λκίδοντι geändert und in v. 135 Ἰαρδάνου ἄμφι ρεεθρά als Gewässer des Heros lardanos⁴ gedeutet, weil der Akidon beim Grabmal des lardanos fließe. Lehrs Arist.² 241, 2. Malten o. Bd. IX S. 748L [Die Schol. BT zu II. IV 319 verlegen auch den Kampf zwischen Nestor und Ereuthalion an den Akidon.] Bei Pausanias a. O. ist diese gekünstelte Deutung mißverstanden. Aber es wird dadurch sehr wahrscheinlich, daß Akidon und Akidas dasselbe sind. Die anderen Stellen, an denen der Akidon genannt wird, geben nichts aus, Apollod. 499, 26 und Ar-temid. 495, 16. Die ältere Forschung hat Apollodors Beschreibung nicht verstanden und infolgedessen gar nicht erwogen, daß der Anigros vollkommen verschwunden sein könne, sondern hat ihn, durch Pausanias verleitet, unter den weiter südlich vom Gebirge herabkommenden Bächen gesucht: in dem Mavropotamös erkennt ihn Leake I 54. 66f. Bursian 280; in dem H. Isidoros Boblaye 134. Curtius 81f. nach Roß Reisen I 105 (dagegen Bursian 279, 1). Den Akidas hält Pringsheim Athen. Mitt. 1909, 182 für den Tholopotamos, den Akidon Leake Pelop. 110 für den H. Isidorosbaeh. Vgl. Frazer Paus. III 478. Hitzig-Blümner Paus. II 298.

11. Nicht vorhanden war im Altertum auch die Lagune von Agulinitsa (o. 5). Bei Klidi lag ein berühmtes Poseidion. Artemid. 343 (489, 2). Apollod. 347 (494, 9). 344 (490, 15), unter dem Namen Samikon ein wichtiger Punkt für Periploi und Itinerare, und zwar lag es an der Westseite der nördlichen Felsklippe; das ergibt sich eindeutig aus Apollod. 347 (494, 12). Rhein. Mus. 1934. 342. 1. Es lag am Meere, πρδς τθ θαλάττ$. Apollod. a. O.; es befand sich dort ein Anlegeplatz, ein δρμος, Apollod. 345 (491, 26), den die westliche Klippe gegen die Stürme aus Süd und Südwest schützte. Hier läßt Apollod. 344 (490, 17) den Telemachos landen, er nimmt 347 (494, 95.) als selbstverständlich an, daß die Verfasser der Periploi die Stelle angelaufen haben, und Paus. 5, 3 beginnt dort seine Wanderung; so lag ihm Triphylien zur Rechten. Daraus folgt, daß die Nehrung, die bei der westlichen Klippe von Klidi beginnt und heute die Lagune vom Meere trennt, erst im Mittelalter entstanden ist. [192]

12. Bäche. Akidas, Akidon und Anigros sind unter 10 besprochen. Das historische Pylos lag nach Apollod. 344 (489, 12) südlich von einem Bach, δς rw Μάμαος καὶ Ἀρκαδικὸς καλείται. Eine Parallelüberlieferung gibt es dazu nicht. Beide Namen sind verdächtig, der erste wegen seiner Form, der zweite, weil kein Bach der Gegend in Arkadien entspringt. Die Änderungsvorschläge von Meineke Vind. Strab. 105f. und Bursian 10 279, 1 sind abzulehnen. Der Name Amathos für diesen Bach ist, offenbar auch nach Apollodors Meinung, nur erfunden, um das homerische Beiwort von Pylos ἠμαθόεις zu erklären; vgl. Etym. Gen. 148. Etym. M. 428, 52. Und es ist eine schlechte Erfindung, denn Amathos heißt kein Bach, Bursian a. O., und von einem Eigennamen kann, jedenfalls in alter Zeit, kein Adjektiv auf ὄεις abgeleitet werden. Man wollte die Sache besser machen, indem man Ἠμαῦόεις als Namen 20 des Baches ansetzte. Eustath. Od. 1681, 59ff. Schol. BT zu II. II 77. Hesych, s. ἠμαῦόης. Apoll, lex. 83, 30. Damit war aber das Beiwort ἠμαθόεις nicht erklärt. Anders steht es mit dem Namen Pamiso 'S, Apollod. a. O. (489, 16), vgl. 336 (479, 13). 339 (483, 4). 361 (512, 29). Es muß in der Überlieferung ein Anlaß vorgelegen haben, diesen Bachnamen mit dem triphylisehen Pylos zu verbinden, und er reiht sich sehr gut unter die tri-phylischen Ortsnamen, die in Thessalien wieder-30 kehren (u. 19). Ob mit dem Bach von Pylos der H. Isidoros oder der Bach von Kalydona-Glätsa gemeint ist, läßt sich nicht entscheiden. Acheron und Dalion flossen nach Artemid. 344 (490, 3) dem Alpheios zu in der Nähe von Hypana und Tympaneai, d. h. am östlichen Ende der Senke zwischen Vunôka und Smernagebirge. In derselben Gegend nennt Paus. VI 21, 4 den Diagon, der dem Erymanthus gegenüber münde, also der heutigen Tsimberüla entspricht, Philipp son o. Bd. V 40 S. 309, 51. Diagon und Dalion halten für identisch Roß Reisen 1104. Bursian 285, 1. Den Acheron erkennt Curtius I 394, 14. II 89 in dem Bach von Platiäna; Hirschfeld o. Bd. I S. 218, 9 bringt ihn mit der Minthe (Vunôka) zusammen; er wäre dann ein Zufluß der Tsimberüla. Selinus, Bürchner o. Bd. II A S. 1265, 25 ist der Bach von Krcstena.

13. Gebirge. Für das Kaïâphagebirg: Geiger o. Bd. XII S. 787, 13ff. geben die Grani-50 matiker den Namen Ἄοπλος, Theogn. Cramer An. Ὄχ. II 58, 32. Arkad. 49, 23. Es fragt sich, ob nicht Herodianos, der dahinter steht, zu dem Genetiv Λαπίθον Paus. V 5, 8 einen falschen Nominativ gebildet hat. Die Vunôka hieß Minthe, Ernst Meyer o.Bd.XV S. 1934, 25ff. Vielleicht ist auch Apollod. Bibl. II 86 das überlieferte μ;- θέην in ΜΙνθην zu ändern, o. Bd. XIV S. 865, Ἰιί.

II C. Siedlungen und sonstige Reste des Altertums.

14. Lepreon, Fiehn Suppl.-Bd. V S. 550ff.

Von den Befestigungen war schon 1909 so gut wie nichts mehr übrig. Wir sind angewiesen auf Blouet Expéd. Arch. I 51. Taf. 50–52. Curtius II 84. Taf. IV. Boutan Arch. Missions Scientif. 2me série I 199ff. Danach waren in den Mauern der Akropolis drei Stile zu unterscheiden: ein ältester mit polygonen und unregelmäßigen Blöcken (Curtius), kyklopisch (Boutan); ein [193] zweiter in regelmäßigen Schichten aus Kalksteinblöcken mit Randbeschlag, schon von Blouet und Curtius mit Messene verglichen, was Boutan im einzelnen ausführt; ein dritter aus regelmäßigen Würfeln von Poros (Blouet, Curtius) könnte nach 245 unter eleischer Herrschaft entstanden sein. Reste einer Ummauerung der Stadt bespricht Blouet.

Pyrgos lag nahe der Küste zwischen der Neda und dem Bach von Lepreon bei dem Dorfe H. Hias. Antike Reste sind nicht gefunden. D o d-well Tour II 348f. Curtius 86. 117, 87. Bout an 197f. Bursian 278f.

Gegenüber dem Dorfe K a 1 ÿ d ὁ ἡ a liegt auf der südlichen Seite des Baches von Glätsa auf steiler Kuppe eine kleine Befestigung. Pringsheim Athen. Mitt. 1909, 1795. Dörpfeld ebd. 1913, 124 mit Plan und Abbildung der Mauer. Ein Blick auf die Kuppe Holdt-Hofmanns-t h a 1 Griechenland² 230. Ob die Burg aus dem Altertum stammt, ist unsicher wie bei allen ähnlichen Anlagen.

15. Pylos. Von dem homerischen Pylos hat Dörpfeld Athen. Mitt' 1913, 970, bei Kakô-vatos drei Kuppelgräber und Reste einer Herren-hurg gefunden. Den südlichen Teil der Anhöhe, auf der die Burg stand, hat der Bach von Kalÿ-dona weggerissen. Die Keramik -stammt aus SH II und III. Kurt Müller Athen. Mitt. 1909, 2695. Fimmen Kretisch-myken. Kultur² 10. Bolte Rhein. Mus. 1934, 342. Für das Pylos der historischen Zeit weisen die antiken Entfernungsangaben in die Gegend von Xerochöri, B ö 11 e 341f. Nach Apollod. 344 (489, 12) lag es südlich von einem Bach (o. 12); danach hat Bursian 279 es bei Besehini (2/ïtoî), Leake Pelop. 109 bei Tsur-vatsi (θΙριίθ) angesetzt.

Die Festung Samikon, v. Geisau o. Bd. I A S. 2218L Boite o. Bd. XIV S. 776, 405. Die größte Ähnlichkeit in der Bauweise zeigen die * Mauern von Oinoanda, Petersen und Lu-s c h a n Reisen in Lykien Taf. XXVIf. vgl, mit Phot. Inst. Athen 6573Î.

Eine Stadt Samos ist nur von griechischen Gelehrten angenommen, um die Adjektive Σάμως, Σαμικός zu erklären. Das erkennt man noch in dem Referat aus Apollod. 347 (494, 95.), und die Dichtung Rhadine, auf die er sich beruft, stammt aus hellenistischer Zeit, Rose Classical Quarterly 26 (1932) 88, und ist vermutlich selbst durch die ! Theorie der Grammatiker angeregt worden.

Arene hat Dörpfeld Athen. Mitt. 1913, 112 'bei Klidi nachgewiesen. F i m m e 10. B ö 1 i e Rhein. Mus. 1934, 322. 324.

Das Heiligtum des Samischen Poseidon (o. 11) haben Partsch 15 und Dörpfeld a. O. an der Landseite der Kalkhügel von Klidi gesucht; es lag aber an der Seeseite des nördlichen. Es bestand aus einem Hain wilder ölbäume, Arte-mid. 343 (489, 15.), natürlich mit einem Altar; ( von einem Tempel hören wir nichts, dagegen wird es an Weihgeschenken nicht gefehlt haben wie der Statue des Gottes Satrapes, die Paus. VI 25, 6 in Elis sah, Lehmann-Haupt o. Bd. II A S. 187, 495. Heberdey Reisen des Paus. 73. Es ist ein Irrtum, wenn Curtius 99, 23. 116, 84. Niese Gesch. III 355, 6 die Statue aus der Stadt Samikon stammen lassen. [194]

16. M a k i s t o n, Boite o. Bd. XIV S. 774, 16ff. Einen Anhalt für seine Lage gibt nur der Name. Die höchstgelegene Siedlung ist Smerna. Nördlich von ihm erhebt sich steil der H. Ilias zu 772 m. Philippson 327. Daß es dort oben Ruinen gebe, hörten Dodwellll 343 und Gell Itin. 38. Ihre Angaben sind von Boblaye 132 mißverstanden, s. o. Bd. IX S. 1159, 44fL

Heiligtum der Artemis. Weiter östlich 10 auf der Kuppe Psilolitharia nördlich von Kombo-thekra sind die Fundamente eines Peripteros des 5. Jhdts. freigelegt worden. Kurt Müller Athen. Mitt. 1908, 322ff. Ein Bronzespiegel trägt die Inschrift htagov Ἀρτάμιος Λιμνάτιος.

Tympaneai und H y p a n a verweist Arte-mid. 344 (490, 1ff.) in den Östlichen Teil der Senke zwischen Smernagebirge und Vunöka (o.l2). Polyb. IV 77, 5ff. führt in dieselbe Gegend und ergibt weiter, daß Tympaneai ein fester Platz gewesen 20 sein muß. Dem entspricht die Festung von Pla-tiäna. Roß Reisen 104Î. Boutan 240S. mit Plan. Partsch 9. Die genauere Lage von Hy-pana bleibt unbestimmt, o. Bd. IX 8. 1158, 50.

17. E p i t a l i o n lag bei Agulinftsa, Leake MoreaI65. II 200. Boblayel33. Philippson o. Bd. VI 8. 218, 27ff. Partsch 12. B ö l t e Rhein. Mus. 1934, 325, 1. 327f.

P h r i x a lag auf der Höhe über Paläo-Phanaro in dem Knie des Alpheios östlich von Olympia. 30 Frazer Paus. IV 94. Hiller v. Gaertringen IG V 2. XI 125. XIII 53.

Skillus bei Kréstena. Geyer o. Bd.IIIA S. 526, 9ff. PartschlOf. IvO 16. Sch wy zer 418.

Bolax, Epion und Stylangion gehören zu den Orten, die sich Philipp nach der Einnahme von Samikon ergaben, Polyb. IV 80, 3. Sie lagen also nördlich vom Smernagebirge.

Epion hatten die Eieier nach Xen. hell. III 40 2, 30 im 5. Jhdt. von den derzeitigen Besitzern gekauft. Man wird mit Nies e 6f. darin Arkader erkennen und deshalb die Stadt am Alpheios suchen. Sie lag ferner, wie Xenophon angibt, am Wege von Makiston nach Heraia, und der verlief auf der Nordseite des Smernagebirges. Partsch 9f. Somit kommt für Epion das Gelände zwischen den Bächen von Gréka und Platiäna in Betracht, die Gegend um Brumäsi. Hirschfeld o. Bd. I S. 1044, 60. Oberhummer o. Bd. V S. 2717, >0 17ff. Philippson o. Bd. VI 8. 186, 330.

Aipy, Hirschfeld a. O., das nur aus Hom. Il. II 592 bekannt war, könnte allenfalls Epitalion sein.

B o 1 a x und Stylangion sind nicht näher zu bestimmen, als daß sie zwischen Smernagebirge und Alpheios lagen, o. Bd. IV A S. 426, 66fL in dem Gebiet, das früher Skillus gehört hatte, und östlich davon. In dem Kastro von Mündrisa haben Boutan 234 und Partsch 11 nichts Antikes 50 finden können. Über das Mißverständnis von Boblaye 113 vgl. o. Bd. IX S. 1159, 44ff.

Jeder Anhalt fehlt für N u d i o n, das nur bei Herodot. IV 148 unter den Städten der Minyer erscheint.

III. Die Geschichte der Landschaft.

18. Mindestens seit Herodotos werden die Kaukonen mit T. verbunden; auch Hom. Od. III 368 läßt sich damit vereinigen; besonders Lepreon [195] galt als ihr Sitz, o. Bd. XI S. 65 mit den Belegen. Auf welchen Unterlagen diese Anschauung beruhte, können wir nicht erkennen. Von dem Grab des Kaukon erhalten wir hur recht unsichere Kunde, a. O. 65, 52S. Die Kaukonen erscheinen nur am Rande der Geschichte; man wird geneigt sein, sie zu der vorgriechischen Bevölkerung zu rechnen, die aus Kleinasien eingewandert war. Dort kommt ein Stamm gleichen Namens noch in historischer Zeit vor, Ruge o. Bd. XI S. 66, 510, Solmsen Beiträge 860.

19. Griechen, die wir benennen können, erscheinen in T. mit den Pyl i e r n Homers. Ihr Pürstensitz lag bei Kakövatos am Rande der Küsten-ébene. Nach Ausweis der Keramik ist die Stätte in späthelladischer Zeit bewohnt gewesen (o. 15). Hom. Od. XI 281 verbindet das Pürstengeschlecht der Pylier durch Chloris mit Orchomenos, M al -ten Kyrene 162. vanderKolf o. Bd. XVI S. 2270, 36H. Neleus ist von Neleia bei Iolkosi nicht zu trennen, Stählin o. Bd. XVI S. 2269, 31fl., und auf Beziehungen zum südöstlichen Thessalien deuten auch Ortsnamen wie Lapithos (o. 13); dazu gehören die Kentauren der Pholoe und vielleicht auch auf der Minthe (ebd.); Phrixa, der Pa-misos (o. 12), in Thessalien Herodot. VII 129. Plin. n. h. IV 30. Nimmt man noch dazu nördlich vom Alpheios Salmone, Enipeus, Pheia und in Elis Peneios und Larisos, Namen, die alle in Thessalien wiederkehren, Bursian II 273, so sind das alles ' doch unanfechtbare Beweise dafür, daß ein Schwarm aus der Gegend von Iolkos, vermutlich auf demselben Wege wie später ein Teil der Dorer bei Rhion, in den Peloponnes eingedrungen und an dessen Westküste seßhaft geworden ist. Ed. Meyer G.d. A. II l² 262, 3. v. Wilamo-w i t z Glaube der Hell. I 67, 1. vanderKolf S. 2275, 160. Diese Einwanderer müssen aber dieselben sein wie die Pylier Homers und die Minyer, von denen Herodot. IV 148 weiß. Denn die Wanderung der Lemnier, die er wiedergibt, ist doch nur ersonnen, um das Vorkommen von Minyern an so weit getrennten Stellen zu erklären. Der Name des Flusses Minyeios Hom. H. XI 722 hat die Erinnerung an den Stamm erhalten (o. 10).

20. Wenn Aphareus und Idas mit Arene verbunden werden, Hiller v. Gaertringen o. Bd. I S. 2711, 400. Bethe o. Bd. IX S. 873, 200., so steckt darin vielleicht eine Erinnerung an eine noch ältere Einwanderung von Aitolien her; denn ein anderes Arene als das triphylische hat es im Peloponnes nicht gegeben. Man möchte gerne annehmen, daß am Ende der helladischen Zeit die Epeier, ans ihren Sitzen am Peneios verdrängt, über den Alpheios gewichen seien. Allein der Ortsname Ἤπειον oder Ἤπιον Herodot. IV 148 gibt dafür war eine brüchige Stütze, weil daneben Ἤπιον Xen. helL III 2, 30. Steph. Byz. s. v. und Αἰπιον Polyb. IV 77, 8. 80, 13 überliefert sind (o, 17). Andere ethnische Bestandteile als die o. 19 genannten sind in T. nicht nachweisbar. Denn Παρωρεαταί bei Herodot. IV 148. VIII 73 ist kein Stammesname, sondern nur eine Bezeichnung des Wohnsitzes einer ethnisch unbestimmten Bevölkerung. So hat das Wort auch Apollod. bei Strab. VIII 346 verstanden. Der Gedanke von Meister Griech. Dial. II 11f. und Hoffmann Griech. Dial. I 5, aus der Inschrift SGDI 1151. IvO 16 [196] Schwyzer 418 Spuren eines besonderen triphy-lischen Dialektes nachzuweisen, ist hinfällig, denn die Inschrift gibt ein von den Eieiern erlassenes Gesetz wieder, wie Dittenbergerzu IvO 16, 9 gezeigt und Schwyzer angenommen hat.

21. Die am Ende der mykenischen Periode ein-dringenden nordwestlichen Stämme scheinen am Peneios Halt gemacht zu haben. BelochPl,90. Südlich vom Alpheios behaupten eich eine Anzahl Ovon unabhängigen Gauen, die der Kult des Samischen Poseidon (o. 15) vielleicht zu einer Art Am-phiktionie verband, Artemid. Strab. VIII 343 (489, ὁ συντελοῦσι Ô’ εἰς τὸ ἰερὸν πάντες Τριφνλιοί). Busolt Die Laked. u. ihre Bundesgenossen 1150. Im Zusammenhang mit dieser Einrichtung könnte der Name Τριφνλιοί aufgekommen sein (o. 2; u. 23). Die Frage ißt, wann die Eieier ihre Herrschaft über den Alpheios hinaus ausgedehnt haben; ihre Kämpfe mit den Pisaten gehören nicht hier-20 her. Die Überlieferung ist widerspruchsvoll.

Nach Ephoros 70 F 115 bei Strab. VIII 358 unterstützen die Eieier die Lakedaimonier in ihrem Kampfe gegen Pheidon, Zum Dank dafür verschaffen ihnen die Lakedaimonier Pisatis und T. Selbst wenn man hier unter T. nur das Land zwischen Alpheios und Smernagebirge versteht, also die südliche Pisatis im Sinne der griechischen Geographen, läßt sich dieser Bericht mit den späteren Ereignissen nicht vereinigen. Busolt I 612f. SOSwoboda o. Bd. V S. 2386, 56fL Beloch I² 1, 386.

Apollodors Darstellung liegt bei Strab. VIII 355 vor. Die Lakedaimonier haben den Eieiern bei der Wiedergewinnung der Pisatis und damit der Leitung der olympischen Spiele geholfen. Danach heißt es 505, 18 M.: συνέπραξαν δὲ καὶ οἱ Λακεδαιμόνιοι μετὰ τὴν ἐσχάτην κατάλνσιν τῶν Μεσσηνίων συμμαχήσασιν αὐτοις τάναντία τῶν Νέστορος ἀπογόνων καὶ τῶν Ἀρκάδων οὐμπολεμησάντων τοῖς 40 Μεσσηνίοις. Wir vergleichen die Darstellung der messenischen Kriege, die Strab. VIII 362 benutzt. Danach waren im zweiten Kriege Argeier, Pylier, Arkader und Pisaten mit den Messeniern verbündet (514, 6S. M.); zum Text Busolt I 606, 5. Ed. Schwartz Herm. XXXIV 432. Jacoby Apollodors Chronik 130f. Von den letzten AuL ßtänden heißt es weiter 514, 23: τρίτον δὲ καὶ τέταρτον συστήναι φασιν, ἐν φ κατελνθησαν οἱ Μεσσήνωι. Die Übereinstimmung beider Stellen ist 50 augenfällig; der letzte Krieg, ἐν φ κατελνάησαν οἱ

Μεσσήνιοι entspricht der ἔσχατη κατάλνσις τῶν Μεσσηνίων in der Geschichte der Pisaten und bezeichnet wie diese den Aufstand von 464, nicht den zweiten Krieg, wie Busolt I 606, 5, 613, 1. III 1, 378, 4 und Ed. Schwartz a. O. annehmen. Ebenso sind die Verbündeten der Messenier im zweiten Krieg durch die Nachkommen des Nestor und die Arkader genügend gekennzeichnet. Diese Verquickung so weit auseinander Übender Dinge 60 darf man aber nicht Apollodorus zur Last legen, wie ich selber Rhein. Mus. 1934, 341 getan habe; verantwortlich für sie ist vielmehr Strabon. Seine Hand erkennt man sofort im nächsten Satz an der Vergröberung der Ausdehnung der ersten Eroberung und ihrer Dauer: καὶ ἐπὶ τοσοντὸν γὲ συνέπραξαν ὥστε τὴν χώραν ἄπασαν τὴν μέχρι Μεσσήνης Ἠλείαν ρηθηναὶ καὶ διαμεῖναι μέχρι ννν. Bis an die Grenze Messeniens gelangten die Eleier [197] damals keineswegs und von 400 bis etwa 245 stand T. nicht unter der Herrschaft von Elis. Im letzten Satz καὶ ἀότον δὲ τὸν Πόλον τὸν ·ημα·θόεντα εἰς τὸ Λέπρεον συνοίκισαν sind nicht etwa die Lakedai-monier Subjekt, wie man nach dem Vorhergehenden annehmen sollte, sondern die Eieier; davon überzeugt man sich sofort, wenn man vom Ende ausgeht: φόρους ἐπράξαντο, κατέσπασαν kann nur von den Eieiern gesagt werden. Auch hier tritt es zu Tage, daß Strabon eine ausführlichere Darstellung zusammengezogen hat. Also hat er auch vorher zusammengerollt, was bei Apollodoros gesondert war; er hat die Unterwerfung von T. ins 6. Jhdt. zurückverlegt. Es stimmt damit überein, wenn er 837 (480, 1) den 471 erfolgten Synoikismos von Elis stattfinden läßt χρόνοις ὕστερον πολλοίς τῆς εἰς ἄντους μεταστάσεως τῶν ὑπὸ τῶ Νέστορι.

Pausanias VI 22, 4. V 6, 11 berichtet, daß die Makistier und Skilluntier wegen Waffenhilfe, die sie König Pyrrhos von Pisa (um 570) geleistet hatten, von den Eieiern vertrieben wurden. Mit der Beute läßt er V 10, 2 die Eieier die Kosten der Erbauung des Zeustempels bestreiten; denn die Beute soll von den Pisaten stammen, und die gab es nach 570 zunächst nicht mehr. Busolt I 706, 2. III 1, 379 Anm. Swoboda o. Bd. V S. 2391, 9. 27. Beloch I² 1, 386, 1. Niese Genethl. 42f. Unzulässig ist es, diesen triphylischen Krieg nach der Erbauung des Zeustempels zu datieren, wie Beloch II² 1, 140, 4 es tut; er muß dabei die Pisaten stillschweigend ausschalten und die beiden zuerst angeführten Pausaniasstellen un-berücksichtigt lassen. Nach Pausanias ist also ein Teil des nördlichen T. um 570 von den Eieiern unterworfen worden; ob das ἀναστάτους νπὸ II λείων γενέσθαι nur für die Pisaten gilt oder auch auf Makistos und Skillus auszudehnen ist, bleibt zweifelhaft. Busolt III 1, 706, 2. S w o-b o d a a. O. Dasselbe Ereignis meint Strabon a. O.

22. Im J. 479 senden die Lepreaten eine Abteilung nach Plataiai, Herodot. IX 28. Ihr Name steht auf der Sehlangensäule, Syll.³ 31, 34, und -tand auch auf dem Denkmal in Olympia, Paus. V 23, 2.

459, nach dem Ende des Helotenaufstandes, unterstützen die Lakedaimonier die Eieier bei der Niederwerfung der Pylier, denen die Lepreaten in den Rücken fallen; die Bevölkerung von Pyloe wird nach Lepreon verpflanzt und das Gebiet, wie wir ergänzen müssen, mit dem von Lepreon vereinigt. So berichtete Apollodoros (s. o.). Kahrstedt o. Bd. IV A S. 1437, 56ff. Offenbar demselben Krieg gilt die Bemerkung Herodote, IV 148, über das Schicksal der Minyerstädte: ἔπ’ ἐμέο τὰς πλεννας Ἠλεῖοι ἐπόρόλησαν·; vgl. Apollod. 5θ5,18Μ. καὶ ἄλλας κολλάς τῶν κατοικιῶν κατέσπασαν, ὄσος '/ ἐώρων αὐτοπραγεῖν εὐελούσας. Der Bau des Zeus-»mpels in Olympia kann mit diesen Vorgängen nicht in Verbindung gebracht werden, da Paus. V 10, 2 von dem Krieg von 570 spricht (s. o.). Dagegen paßt am besten in diese Zeit das Gesetz der Eieier SGDI1151. IvO 16. Sch wyzer418, das die Verhältnisse in Skillus ordnet. Swoboda o. Bd. V S. 2394, 28.

Nicht lange danach werden die Lepreaten von Arkadern bedrängt, Thuk. V 31, 2; nach der Vermutung von Niese 7f. wären das die Kantone [198] gewesen, die Münzen mit Ἀρκαδικόν (Hiller v. Gaertringen IG V 2 S. 140, 55) prägten. Die Lepreaten gewannen die Waffenhilfe der Eieier ἐπὶ ἠμισεία τῆς χώρα?; damit könnte das Gebiet von Pylos gemeint sein, das ihnen kurz vorher zugefallen war. In derselben Zeit haben die Arkader vielleicht Epion erobert, das sie später den Eieiern verkauften, Xen. hell. III 2, 30, und möglicherweise auch Phrixa, Niese a. O. Hiller a. O. 10 S. XIII 53. Nach Beendigung des Krieges behält Lepreon das angebotene Gebiet, zahlt (ἀπέφερον) aber dafür jährlich ein Talent an den Zeus von Olympia. Durch diese συμμαχία und den φόρος waren die Lepreaten tatsächlich in Abhängigkeit von EEs geraten, blieben aber doch selbständiges Mitglied des Peloponnesischen Bundes. S w o -boda 2394, 45ff.

431 weigern sich die Lepreaten, die Abgabe weiter zu zahlen, unter Berufung auf ihre Leistun-20 gen für den Krieg. Daraus entwickelt sich ein Konflikt zwischen Sparta, das Lepreon für autonom erklärt, und Elis, das es als abtrünnige Stadt betrachtet. Thuk. V 31, 3–5. Swoboda W6,3ff.

421 lebt der Gegensatz in verschärfter Form wieder auf. Swoboda 2396, 44ff. 2397, 28ff. Die Lakedaimonier verstärken die Widerstandskraft von Lepreon, indem sie dort die Brasideer und Neodamoden unterbringen. Thuk. V 34, 1. Zum Ausdruck ἐς Λέπρεον κατέστησαν vgl. IV 76, 6 30 mit S t e u p s Anm. und IV 103, 4. Auf Kahrstedt Staatsrecht I 5, 4. 37 einzugehen, ist nicht notig; s. Ernst Meyer o. Bd. XVI S. 2171, 25ff. Einige Zeit vor der olympischen Festfeier von 420 haben die Lakedaimonier 1000 Hopliten nach Lepreon geschickt. Thuk. V 49, 1. Das wird allgemein als eine zweite Sendung angesehen. Grote History VI 328. Busolt Forschungen I 146 u. Anm. 50; GG III 1230. Swoboda 2397f. Im Gegensatz dazu nehmen 40Ed. Meyer G.d.A. IV 479 und Ehrenberg o. Bd. XVI S. 2896, 61f. an, daß es sich an beiden Stellen des Thukydides um dieselbe Sendung handle. Mit dem Text des Thukydides ist das durchaus verträglich; die Unterbringung in Lepreon erfolgt nach V 34, 1 ὕστερον ου πολλω nach der Heimkehr der Brasideer Ende Sommer 421; damit kann der frühe Sommer 420 gemeint sein, in den die Ereignisse Thuk. V 49, 1 fallen. Sachlich gibt die doppelte Sendung zu großen Be-50 denken Anlaß.

Der Ausgang des Konfliktes ist unklar. Swoboda 2398, 37ff. In Aristoph. Vögeln, aufgeführt 414, heißt es v. 149 τὶ ου τὸν Ἤλειον Λεπρεον οἰκίζετον; und 401 beim Einmarsch der Lakedaimonier in T. Xen. hell. III 2, 25 Λεπρεαταὶ ἀποστάντες Ἠλείων. Beloch III² 1, 18, 1, erklärt letzteres für ein bloßes Versehen. Es sind aber zwei Zeugnisse, und dürftig unterrichtet, wie wir über die Ereignisse in T. sind, wird man lieber annehmen, 60 daß Elis irgendwie am Ende des 5. Jhdts, seine Herrschaft bis zur Grenze Messeniens ausgedehnt hat. Busolt Laked. u. Bundesgen. I 152. S w o b o d a a. O. N i e s e 9.

23. Die Erbitterung der Lakedaimonier entlud sich schließlich in dem Krieg gegen Elis 402–400. Xen. hell. III 2, 23ff. Swoboda 2399, 25ff. Ed. Meyer Theopomps Hellenika 114ff. Beloch I² 2, 185ff. IIP 1, 19, 1. Im Frühjahr 400 waren die [199] Elder zum Frieden bereit. Sie erboten sich u. a. Xen. § 30 τὰς ΤριφυλΙδας πόλεις ἀφεῖναι (καί) Φρίξαν καὶ Ἠπιτάλιον. Zum Text Gr o t e IX 48, 3. Niese 11, 1. Swoboda 2400, 40. Beim Frie-densschluß Xen. § 301. mußten sie sich aber dazu bequemen, auf ihr ganzes Perioikenland zu verzichten, also auch auf das ganze Gebiet südlich vom Alpheios. Swoboda 2400, 34ff, Diese Landschaft faßten die Lakedaimonier zu einem politischen Verband zusammen unter dem Namen Τρι1θ φύλιοι. Swoboda 2400, 65ff. Nach dem Angebot der Eieier, wie es bei Xenophon formuliert ist, muß man annehmen, daß die beiden genannten Städte, sie liegen dicht am Alpheios, nicht zu T. gerechnet wurden, wohl aber Skillus; bei Epion, das sie durch Kauf rechtmäßig erworben zu haben behaupteten, kann man zweifeln. Der Ausdruck ,triphylisch* kommt bei diesem Anlaß zum ersten Male vor. Niese 12f, meint, die Lakedaimonier hätten dem neu gebildeten Verband auch den Na- 20 men gegeben und Xenophon habe der geschichtlichen Entwicklung vorgegriffen, wenn er ihn schon bei den Verhandlungen verwende. Aber er verwendet ihn ja gar nicht in dem Sinne, den er später bei der Bildung des neuen Verbandes erhielt; er schließt ja Städte von Triphylien aus, die später dazu gehörten. Gerade die Formulierung des Antrags setzt den Begriff ,triphylisch* als gegeben voraus. Er muß also doch wohl älteren Ursprungs sein (o. 2 und 21). 3€

Von dem Verbände der Triphylioi besitzen wir nur ein Denkmal, eine Bronzescheibe im Louvre ,aus Griechenland*. Jacobsthal Diskoi, Win-ckelm.-Progr. Berl. 1933, 29f. Abb. 21. Darauf steht, daß τοὶ Τρίφυλλοι drei Männern das Bürgerrecht verleihen. Unterschrift Δαμιοργοί rol ἄμφι Ὀλνμπιόδωρον. Klaffenbach ebd. weist die Inschrift auf Grund historischer Erwägungen unserer Periode zu. Das Kontingent der Triphylier erscheint Xen. hell. IV 2, 16 amNemeabach 394; aus 41 dem Zusammenhang ergibt sich, daß alle ehemals elei-schen Perioiken südlich des Alpheios dazu gehören. Niese 13, 1. Erst die Schlacht bei Leuktra eröffnete den Eieiern Aussichten, das Verlorene wiederzugewinnen. Bei den Verhandlungen, die bald darauf in Athen stattfinden, bestehen die Eieier darauf, daß die Marganeis (nördlich vom Alpheios), Skillus und T. ihnen gehören. Xen. hell. VI 5, 2. Wenn hier Skillus von T. getrennt wird, so ist die Erklärung vielleicht darin zu 5 finden, daß es sich zu der Zeit bereits in ihren Händen befand. Diog. Laert II 53. Paus. V 6, 6. Ed. Schwartz Rh. Mus. XLIV 175. Swoboda 2401, 61ff. 2402, 17ff. Beloch IIP L 173f. 174, 1. 455. Niese 14, 2. Die Eieier mögen schon im Winter 371/70 Iosgebrochen sein; der Kongreß zu Athen hat sicherlich erst 370 stattgefunden; es bedurfte doch dazu der Vorbereitungen.

24. Die Politik der Triphylier war zu allen Zeiten bestimmt durch den Gegensatz zu Elis. ( Noch Ende 370 zogen die Lepreaten mit Agesilaos gegen Mantinea. Xen. hell. VI 5, 11. Aber sobald 369 durch Epaminondae die Vormachtstellung Spartas auch im Peloponnes gebrochen war, suchten die Triphylier Anschluß an den Arkadischen Bund. Swoboda 2402, 48ff.; Staatsaltertümer 220f. Niese 14. Sie gaben sich jetzt für Arka-der aus. Ἀρκάδες ἔφασαν εἶναι Xen. hell. VII 1, 26 [200] (Beloch I² 1, 90, 1 hat falsch gelesen). Paus. V 5, 3, und die Arkader stellten in dem großen Weihgeschenk, das sie aus der lakonischen Beute in Delphi errichteten, unter den Söhnen des Arkas M auch Triphylos auf. Sylt³ 160, 7, VIII. Paus. X 9, B 5f. Erst damals beginnt in Arkadien die Beschäftigung mit der alten Landesgeschichte, Ed. Schwartz o. Bd. II S. 374, 260., und im Zusammenhang mit dem delphischen Weihgeschenk B wurde die ganze Genealogie ausgearbeitet. Pom- B tow Athen. Mitt. 1906, 462. Beloch a. O. ur- B teilt über diese Dinge ganz verkehrt. Die Land- B schäft T. wurde in Lepreon städtisch geeinigt. Ed. B Meyer V 430. Niese 15. Ein Lepreate ging B 367 an den Hof nach Susa, Xen. hell. VII 1, 33. B 38, der Pankratiast Antiochos, Paus. VI 3, 9. IG I V 2XIX15. Beloch HI² 1, 185, 2. Dort wurde B zwar, wie es scheint, T. den Eleiern zugesprochen, 'B aber praktische Folgen hatte das nicht. S w o - B boda 2403, 30. Niese 44, 1. Beloch. IIP B 1, 189. 2, 397. Auf der Phylarchos-Inschrift, IG V 2, 1. Sylt³ 183, erscheinen die Lepreaten mit zwei Damiorgen, Swoboda Staatsaltert. 221, 10; B das war 362/61, Hiller v. Gaertringen B Athen. Mitt. 1911, 353ff., nach Beloch ἼΠ² 2, B 173–176 erst nach Chaironeia; staatsrechtlich ver- B schwindet der Begriff Triphylioi. Lepreon erhielt B damals eine stärkere Befestigung (o. 14). Elis gab B die Ansprüche auf T. nicht auf, Demosth. XVI 16 (352, Schäfer Demosth. P 519; 353 Beloch IIP 1, 204, 1), aber Lepreon blieb weiter arka- B disch, die Belege bei Niese Gesch. II 259. B Genethl. 16, 4. Der Krieg zwischen Eleiern und B Arkadern 365, Swoboda 2403, 110.-, spielte sich B nördlich vom Alpheios ab; Diod. XV 77, 1 nennt B die Gegend mißbräuchlich T. Wie weit das Gebiet B von Lepreon damals nach Norden reichte, ist un- B klar. Skyl. 44 gibt den παράπλοῦς τῆς Λεπρεατῶν S χώρας auf 100 Stadien an. Gsinger o. Bd. III A S. 643, 5; das entspricht der Entfernung fl vom Samikon bis zur Neda. Apollod. Strab. VIII I 344, Curtius II 78. Hiller v. Gaertringen IG V 2 XX 153. Danach wäre das Gebiet B zwischen Smernagebirge und Alpheios im Besitz S der Eleier gewesen; aber Polyb. IV 77 rechnet B es zu T.

25. Um 245 gelangten die Eieier mit Hilfe der Aitoler wieder in den Besitz von T. Polyb. IV 70. B 4. 77, 10. Swoboda 2411, 28ff, Niese 17. Beloch IV² 1, 619f. 620, I. Damals wurde die Festung Samikon erbaut, Paus. V 6, 1, vermutlich B mit Hilfe aitolischer Baumeister und Steinmetzen B (o. 15), o. Bd. XIV S. 777, 620. Im Winter 219/18 B eroberte Philippos V. die Landschaft, Polyb. IV B 780. Niese Gesch. II 441f. Genethl. 17f. Swoboda 2413, 70., die in makedonischem Besitz blieb, Polyb. IV 80, 4f. Swoboda 2413, 510. B Im J. 208/07 versprach zwar Philipp, das Land B den Achaiern zu übergeben, Liv. XXVIII 8, 6 (der irrtümlich von erfolgter Übergabe spricht). Niese II 492, 3. Swoboda 2414, 510., er tat es aber B erst 199/98, Liv. XXXII 5, 4. Niese II 608. Swoboda 2415, 60. Diese Ordnung wurde 196 B von der römischen Kommission bei den Isthmien B bestätigt. Polyb. XVIII 42. 47, 11. Liv. XXXIII B 34, 9. Nies e II 646. 652. Swoboda 2415, 17ff. Bundesmünze des Städtchens Hypana ἌΧΑΙΩΝ -y Y ΠΑΝΩΝ, Η e a d ² 418. Im J. 146 wird T. mit [201] Elis vereinigt, Niese III 355. Genethl. 19. Swoboda 2416, 53ff. Von Hypana sagt Artemid. Strab. VIII 344 (490, 2 M.) εἰς Ἤλιν ὀννφκίσθη. Eine aus dem Heiligtum des Samischen Poseidon (o. 15) stammende Statue des Gottes Satrapes, Lehmann-Haupt o. Bd. II A S. 187, 49ff., sah Paus. VI 25, 6 in Elis. Niese III 355, 6 (der über die Herkunft unrichtig urteilt). Wenn es bei Strab. a. O. (490, 13 M.) von Lepreon heißt: ἤν δὲ καὶ αὐτὴ ἡ πόλις usw., so bedeutet das nicht, wie Niese a. O. meint, daß die Stadt zu Strabone Zeit kaum noch existierte, sondern Artemidore Quelle brauchte hier wie 490, 1. 25 das Imperfekt, um den Zustand zur Zeit der eigenen Beobachtung zu bezeichnen, wie es bei Pausanias so oft verwendet wird. Plin. n. h. IV 14 nennt Lepreon allein, Ptolem. III 14, 39 daneben seltsamerweise Ὑπάνεια und Τυπάνεια.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Band S IX (1962) S. 14271428
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Triphylia

[Ernst Meyer. ]
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band R (1980) S. 216
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Triphylia

Landschaft an der peloponnes. W-Küste. (L) S XI. (L) S IX: streichen.

[Hans Gärtner. ]