Schloß Willanow bei Warschau

Ruinen von Babylon Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band (1857) von Friedrich Hofmann
Schloß Willanow bei Warschau
Die Geburtsstätte des Heilandes
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SCHLOSS WILLANOW bei WARSCHAU

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Schloß Willanow bei Warschau.




Eine Reliquie Polens! Johann Sobieski hat das Schloß gebaut und türkische Hände haben daran gearbeitet. Es waren die Gefangenen, welche der tapfere hochherzige König aus seinem wiener Befreiungszuge mit sich heim geführt hatte. Die Vollendung des Baues fällt in das Jahr 1585; elf Jahre später lag in seinen Räumen die Leiche des großen Mannes. Der alte Krieger hatte seine letzten Tage hier in der Ahnung vom Untergang des längst an innerem Hader unrettbar dahin zehrenden Vaterlandes vertrauert.

Das Schloß liegt zwei Stunden von Warschau an der Weichsel und ist von einer lieblichen Landschaft umgeben. Jetzt eine Besitzung der Grafen Potocki, ist es in würdiger Weise dem Verfall entrissen und ausgeschmückt mit vielen Gegenständen der Erinnerung an Johann Sobieski und das Polen seiner Zeit.