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übermalt und die dazugehörigen mit Versen in vergoldeter Zierschrift versehenen Schrifttafeln ausgebessert.[1] Die Bilder waren von geringem künstlerischen Werte, hatten aber ihren dekorativen Zweck, wie aus den Tafeln bei Kirsten ersichtlich, erfüllt. Bei der späteren Umgestaltung der Emporen im Jahre 1875 sind die Bilder und Schrifttafeln dem Verein für Geschichte Dresdens übergeben worden und werden heute im Stadtmuseum aufbewahrt.

Um zur Verkehrserleichterung einen neuen Eingang von der Zwingerseite zu gewinnen, mußte das angebaute Betstübchen der Familie Freiberg fallen. Die beengenden Gitter an den Ständen wurden entfernt und die Bänke bequemer aufgestellt. Auch der Raum um den Hauptaltar wurde erweitert, mit Stufen versehen und von einem eisernen Geländer eingeschlossen, der Altar selbst gereinigt und kleinere Teile desselben ergänzt.

Durch diese größeren Veränderungen, die einen Kostenaufwand von 5000 Thlrn. beanspruchten, wurde die Sophienkirche manches alten Kunstwerkes beraubt, andere Kunstdenkmäler wurden in ihrem alten Bestande verändert, was die Gemeinde anfänglich mit Unwillen, später aber, als das Innere der Kirche sich freundlich darstellte, mit Zufriedenheit erfüllte. Viele Epitaphien wurden aus der Kirche herausgenommen; zwei Alabasterreliefs verwendete man zum Schmucke eines Altares in der aus einer früheren Kalk- und Gerätekammer an der Nordseite neben dem Chor hergestellten Sakristei. Das Grabdenkmal des Bildhauers Nosseni, bisher am ersten Pfeiler im Westen des Schiffes, fand unter der Westempore Aufstellung. Eine Anzahl Bildnisse von Geistlichen der Sophienkirche wurde aufgefrischt, mit Firnis überzogen, modern gerahmt und mit neuen Inschriften versehen. Manche dieser lebensgroßen Bilder waren von altem hölzernen Rahmenwerk, einem Epitaphium ähnlich, umschlossen. Man hat die alten Rahmen beseitigt und die Bilder der Symmetrie wegen verkleinert. Die Figur einer Mater dolorosa auf dem Schalldeckel der Kanzel empfand man als plump und ersetzte sie durch ein einfaches vergoldetes Kreuz.

Am 24. November 1834 wurde die Kirche wieder geweiht. Der damals an der Sophienkirche tätige Prediger Ziller hat in seiner am ersten Adventsonntage 1834 gehaltenen Geschichtspredigt (gedruckt 1835) über die Sophienkirche zu Dresden bei ihrer Wiedereröffnung der Anschauung seiner Zeit u. a. mit folgenden Worten Ausdruck verliehen: „Den sorgenden Vorständen, der verdienstvollen Kirchenbehörde zollen wir heute das erkenntliche Geständnis: veraltete, hinderliche, bedeutungslose und gar gefährlich werdende Denkmäler sind entfernt oder an andere Plätze gestellt; billige Wünsche, längst angeregte Bedürfnisse, erneuerte Verbesserungen sind nach Möglichkeit befriediget; Erhellungen, Erweiterungen, Erneuerungen, Verschönerungen sind für uns angebracht und ausgeführt, denen


  1. Von den Schrifttafeln sind noch zwölf erhalten. Vgl. Otto Richter: Die Emporengemälde aus der Sophienkirche in „Dresdner Geschichtsblätter“ XVIII. Jahrg. 1909. No 2. S. 35 u. 36.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 27. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/39&oldid=- (Version vom 20.2.2026)