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hingegen ist ein schleichendes Uebel, und kan sich unter der Decke des äußern Gemein-Habitus, und einer auch vor den Arbeitern unbescholtene Aufführung gar füglich und lange verbergen.

7.) Man möchte fragen: Wie ist aber ein solches Unglück möglich, so lange wir über dem Wort von Jesu Leiden halten? Antwort: Es ist möglich, wenn aus diesem unschäzbaren Worte, ein locus Communis, oder eine solche Lehre wird, die der Lehrer ohne weitere Bemühung bey der Hand zu haben und anzubringen gedenckt, u. der Zuhörer Negligirt und gewohnet.

8.) Es kan diesem unschäzbaren Worte begegnen, daß Christus aus Neid beständig geprediget wird.

9.) Der Vortrag eines Göttlichen Lehrers muß überhaupt nicht aus einem Gewebe von Gemein-Redens-Arten, und purer Gemein-Beredsamkeit bestehen; sondern vom Heiligen Geiste angethan bringt er aus dem guten Schaze seines Herzens hervor, was man noch nie gehört und zu hören erwartet hat.

10.) Es solte der Heiland nicht bloß als ein Heiland, der uns beystehet, sondern

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: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 147. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/153&oldid=- (Version vom 30.10.2025)