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folgenden Zeit und sonderlich, wenn mirs in meinem Herzen nicht wohl war, kindlich berufen und gesagt: Ach, Herr Jesu, du hast ja doch einen Bund gemacht mit meiner Seele der soll veste bleiben, bis zum Erblaßen! In dieser Situation verbrachte ich meine Kinder-Jahre. Bald darauf regte sich die Lust und Neigung zur Sünde bey mir, und ich schämte mich gerade und aufrichtig mit meinen vorgesezten darüber aus zureden. Das machte, daß ich schüchtern gegen sie und fremde gegen den Heiland wurde. Das treue Herz Jesu aber ließ mich nicht lange in der Irre gehen. Ich wurde kranck und dabey faßte mich der Heiland sehr kräftig an, machte mir Bange ums Herz und ich wandte mich in meiner Noth zu Ihm, bat Ihn mit vielen Thränen um Vergebung und neue Gnade, erinnerte mich wieder des Bundes, den Seine Seele mit meiner Seele geschloßen, redete auch mit meinen Vorgesezten aufrichtig und grade aus u. krigte eher keine Beruhigung in meinem Herzen, bis mich mein treuer Heiland selbst wieder tröstete und meiner Seele Frieden zusprach. Anno 52. kam ich ins Mädgen-Chor u. zog darauf ins ledige Schwestern-Haus
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 186. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/192&oldid=- (Version vom 20.11.2025)