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nahm solchen Ruf klein und Sünderhaft an und kam d. 22ten Febr. in Berlin an. Weil es aber mit der Böhmischen Sprache nicht gehen wolte, so hatte sie es oft schwer und konte ihren Schwestern, die sie zärtlich liebte, nicht so dienen, wie sie es wünschte. Anno 68. im Octr. erhielt sie einen Ruf zum Dienst des ledigen Schwestern-Chors hier in Neusalze. Sie reiste Beschämt und danckbar über alle Treue und Gnade, die der Heiland auch in Berlin an ihr gethan, von da ab, und kam am 8tn Nov. hier an. Sie wurde darauf den ledigen Schwestern als ihre Arbeiterin vorgestellt, welchen Dienst sie auch mit aller Treue und Fleiß bis an ihr seliges Ende besorgt hat. Sie bewieß sich gegen ihr Chor, als eine treue Helferin im innern und äußern und es that ihr wehe, wenn sie nicht immer helfen konte, wie sie gern wolte. Sie wurde von uns allen herzlich geliebt u. ihr Verlust ist uns schmerzlich. Der liebe Heiland eilte gar sehr mit ihr; denn ihre Seele war Ihm lieb. Sie war am 24tn Abends noch in der Gemein-Versammlung gesund und munter u. ging darauf
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 189. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/195&oldid=- (Version vom 20.11.2025)