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sehr still und aufmercksam, und viele konten nicht wieder aufhören zu weinen.
D. 5ten Apr. hatten wir einen besonders gesegneten Gemein-Rath. Ein Bruder hatte eine Note eingegeben, darinn folgende Fragen waren: 1.) Wie kommts, daß wir unter unsern Neben-Menschen so unfruchtbar sind? 2.) Woran fehlts, daß wir die Segen von dem wichtigen Privilegio, ein Salz auf Erden und ein Licht der Welt zu seyn, nicht recht genießen? 3.) Liegts uns denn wahrhaftig und ernstlich an, unser Licht Leuchten zu laßen, vor den Menschen in Worten u. Wercken? 4.) Haben wir nicht Ursach, uns selbst zu untersuchen, ob wir nicht vieles von dem Geschmack verloren haben, den wir als ein gutes Salz und als Kinder Gottes billig haben solten? pp. Dieses veranlaßte eine Bandenmäßige Unterredung, die mit Geist und Gnade gesalbt war, und ein Bruder sagte seine Gedancken über diese Materien in Absicht auf sich und unsern Gemein-Gang überhaupt, mit solchem sünderhaften u. zerfloßenen Herzen, daß es allen einen tiefen Eindruck gab, und viele Thränen vergoßen
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 206. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/212&oldid=- (Version vom 1.12.2025)