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gründlicher als je auf sein Herz, u. auf sein tiefes verderben, betete und flehete Tag und Nacht um Gnade und Erbarmung, und um Versicherung seines Heils in Christi Wunden. Es war eine Freude, dieses wie aus dem Schlafe aufgewachte Gnaden hungrige und durstige Herz zu sehen, zu hören und zu fühlen. In solcher Sehnsucht nach der Gnade in Jesu Blute genoß er das heilige Abendmahl, und die Nacht darauf zum 22ten entflog seine Seele zur ewigen Heimath. Er war zu Gebhardsdorf in der Ober-Lausiz anno 1730 geboren, trieb die Weber u. Maurer Profeßion, heurathete anno 49 und kam anno 64 hieher, nach Berlin. Er konte sich gar nicht aus seinem trägen und gleichgültigen Wesen heraus finden; daher er erst in den lezten Tagen seines Lebens zur nächsten Anwartschaft des Genußes des heiligen Abendmahls gelangte. Er bezeugte zulezt viel Leid und Schmerz, daß er seine Gnaden-Zeit nicht wol angewandt. Und da er in seinem Leben nicht kranck gewesen;
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 266. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/272&oldid=- (Version vom 3.1.2026)