Seite:GN.A.148 Gemein-Nachrichten 1770,2.pdf/356

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

eine Meile gegangen und habe mir gute Zeit genommen; weil aber der Sand so heiß ist, daß man kaum mit der Hand hinein greifen kan, und die Sonne einem gerade auf den Kopf scheinet, so bin ich sehr matt worden, und zu Hause auf etliche Minuten wie in eine Ohnmacht gefallen. Wenn dann die Kleider trocken werden, so ists als wenn man von der groben Pack-Leinwand, hemten hätte. Ich will bey euch allezeit lieber 5 Meilen gehen, als hier eine. Wie groß die Freude auf beyden Seiten war, als wir nach Christiansburg kamen, und unsre 2 lieben Brüder Hall und Kleffel noch am Leben trafen, ist unbeschreiblich. Sie waren beyde so von Kräften, daß sie kaum gehen konten. Bruder Kleffel lag am Fieber; als wir ihn aber nach etlichen Tagen fragten: wie oft und wenn sein Fieber-Tag wäre? sagte er: ich bin durch euch ganz in Unordnung gekommen, ich habs vergeßen; und siehe! das Fieber blieb weg. Wir wohnen in der Vestung; wir werden aber am längsten darinn gewohnt haben;

Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 350. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/356&oldid=- (Version vom 9.2.2026)