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6 zu 6 Uhr. Wenn ihr zu Mittag speißt, so geht bey uns die Sonne auf. Es vergeht kaum ein Tag, da wir nicht Gewitter haben; es donnert so starck, daß man dencken solte, die Mauren müßten dadurch Schaden leiden. Den ganzen Tag hört man das geraßel der Ketten, da immer 12 Mann zusammen geschloßen gehen, und eben so liegen 80 arme Menschen auf dem Hofe herum. Ihre Sprache ist sehr schwer zu lernen. Daß ich dem lieben Heiland dancke, daß ich hier bin, und recht vergnügt lebe, das kanst du glauben. Mit unserm Durchkommen werden wirs etwas schwer haben, bis wir selber was bauen können; es wird unterdeßen doch auch gehen müßen; man muß sich eben nach der Decke strecken.

3.) Von Bruder Richard Bradley aus Friedens Burg vom 14tn Apr. 1770.

Ich bin gegenwärtig dem Heiland sey Danck, recht gesund und wohl; es hat Ihm aber gefallen, unsern lieben Bruder Watson zu sich heim zu nehmen.

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: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 355. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/361&oldid=- (Version vom 11.2.2026)