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Es hat mich würcklich viele Thränen gekostet, diesen meinen getreuen Compagnon, mit dem ich zu Land und See so vieles erfahren habe, so bald zu verlieren. Ich kan aber weiter nichts dazu sagen, als: Was der liebe Heiland thut, das ist wol gethan!
Am 10ten Febr. kamen wir gesund und wohlbehalten in Christiansburg an, und fanden unsre Beyde Lieben Brüder am Leben. Das war würcklich alles, was man von ihnen sagen konte; doch damals dachte ich nicht, daß ich meinen Compagnon so bald verlieren solte. Weil Bruder Westmann davon ausführliche Nachricht giebt, so will ich davon weiter nichts schreiben.
Daß unser Gottes Lämmlein auf der ganzen Reise in unsrer Mitte war, das haben wir oft aufs kräftigste gefühlt, wenn wir in unsrer kleinen Kammer zusammen kamen und besonders beym heiligen Abendmahl, und beym Beschluß des Alt- u. Anfang des neuen Jahrs. Ich werde nie vergeßen, was Er vor Güte, Gnade und Barmherzickeit an mir armen Kinde auf dieser Reise gethan hat.
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 356. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/362&oldid=- (Version vom 11.2.2026)