Seite:GN.A.148 Gemein-Nachrichten 1770,2.pdf/455

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

heißts:

Beym Anfang dieses Jahrs 1770 wußten wir einander keinen größern Wunsch zu thun als Ihn selbst zu haben, unsern Herrn Jesum Christ, unverrückt. Seitdem haben wir theils gemeinschaftlich, theils alleine gar oft gebetet und gesungen: Ach mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte – wo sollt ich ärmstes unter den Elenden mich sonst hinwenden! und man kan sagen daß dieses der Favorit-Vers der hiesigen Gemeine in dem Jahr gewesen ist.

In diesem Gefühl sind wir auch unsern Gemein-Gang selig fort geleitet worden. An Segen Hülfen u. Gnaden-Beweisen hat es Seiner Seits nicht gefehlt. Bey alle dem müßen wir doch auch bey diesem Jahres-Schluß bekennen: Wir haben mancherley gelegenheit gehabt; daraus wir gesehen haben: wir sind noch eine Gemeine, die über ihre Unvollkommenheit und sonderlich darüber zu Weinen hat, daß sie weiter und dem Herzen Jesu gemäßer seyn könte, als sie würcklich ist. Das macht daß wir auch zum Schluß dieses Jahrs unsern Danck mit Thränen mischen. Aber darum

Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 449. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/455&oldid=- (Version vom 14.3.2026)