Seite:GN.A.148 Gemein-Nachrichten 1770,2.pdf/465

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

von St. Goarshausen. In seiner Gesellschaft war Herr Wehler, ein Neveu des Bruder Wallis. Auch war ein Schulmeister aus dem Schwarzburgischen, und zwey Männer aus dem Bergischen bey uns. Eine besondre Bewahrung unsers lieben Himmlischen Vaters, haben wir gegen das Ende des Monats Nov. erfahren. Es fieng nehmlich der Rhein am 27ten unvermuthet und ganz außerordentlich schnell an zu wachsen. Am 28ten war schon bey nahe unser ganzes Quarre unter Waßer. Vorm GemeinHaus fuhr man mit Nachen vorbey. Im BrüderHaus mußten sie sich ins obre Stock retiriren. Alles um uns herum war weit und Breit überschwemmt, und sahe wie eine offene See aus. Der Text des Tages war uns hiebey sehr tröstlich: „Du herrschest über das ungestümme Meer und stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben“. Am 29ten konten wir nicht anders als mit Nachen zu einander kommen.

Abends aber fieng das Waßer an zu fallen, u. war d. 30ten so weit verlaufen, daß wir in der Demerung

Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 459. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/465&oldid=- (Version vom 18.3.2026)