Seite:GN.A.148 Gemein-Nachrichten 1770,2.pdf/52

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

gehabt, hier jemanden zu taufen, und hatte geglaubt, das wäre die Perle vor die Säue geworfen, weil die Heiden nur ihren Spott mit unsrer Taufe getrieben haben. Nun aber zeigt sich das Gegentheil und die Taufe predigt unter den Indianern. Die ärgsten Feinde sind ganz stille und es darf keiner seinen Mund gegen uns auftuhn. Andre in Goschgosching bejammern und bereuen es nun, daß sie nicht bey uns wohnen, sondern unter dem wilden und argen Volck. Nun der, der angehoben hat, Seine Barmherzigkeit zu erzeigen, und uns Seine arme und Blöde gnädiglich angesehen hat, der sey dafür gelobet und angebetet. Er hat hier in dieser finstern Gegend angefangen und wird es auch hinaus führen, daß Er Preis und Ehre davon haben und seine Gemeine Freude daran erleben wird. Wir wohnen hier ganz in der Ruhe und Friede, und niemand störet uns. Wenn auch die Wilden zum Besuch herkommen, so sind sie bey uns ganz zahm, und man glaubt kaum daß es dieselben waren, wie sie in Goschgosching sind. Es scheint der Heiland will sich ein kleines Häuflein hier heraus lesen, die wir mit uns an unsern destinirten Ort nehmen sollen, den wir zwar noch nicht recht

Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 46. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/52&oldid=- (Version vom 22.9.2025)