Seite:GN.A.148 Gemein-Nachrichten 1770,2.pdf/8
Beruf zu der Arbeit unter den Heiden, und die unverdiente Gnadenwahl, die auf sie gefallen, in ihrem Herzen veste machen und darinne gewiß werden und bleiben mögen. Denn, wenn es dem Feinde gelingt, daß er sie darüber in Zweifel bringen und sie in Ungewißheit sezen kan; so hat er es nicht schwer, sie auch in Zaghaftigkeit und Muthlosigkeit zu bringen. Was wird aber ein Bruder, oder Schwester unter den Heiden gutes schaffen, wenn er muthlos und zaghaftig wird.
Hiernächst rathen wir ihnen aus treuem Herzen, daß sie sich im Geiste ihres Gemüths erneuern, und sich dem lieben Herrn, der Sein Leben für sie gegeben u. Sein Blut für sie vergoßen hat, ohne einige Ausnahme ergeben u. aufopfern. Denn wenn jemand sein eigen Leben schonen u. etwas in Schuz nehmen und behalten wolte, das aus dem Verderben herkommt u. zu dem Verderben gehört, der würde sich selbst nicht nur einen sehr schweren Gang machen, sondern auch in Gefahr kommen, ein Pfeil zu werden, welcher zu boden fällt, ehe er das Ziel erreicht hat.
Ach möchte sich doch ein jedes so an den Heiland
: Gemein-Nachrichten 1770,2. , Herrnhut 1770, Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.148_Gemein-Nachrichten_1770,2.pdf/8&oldid=- (Version vom 31.8.2025)