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| Ernst Henze: Ein Gang durch das geschichtliche Torgau | |
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Ein Gang durch das geschichtliche Torgau. Von E. Henze, Rektor.
Wenn wir einen Gang durch das geschichtliche Torgau
machen, so können und dürfen wir uns nicht an eine
bestimmte Zeitperiode binden, sondern jedes Zeitalter, soweit es
in die Geschichte unserer Stadt eingreift, muß berücksichtigt werden.
Bis zum Ausgange des 15. Jahrhunderts bestand unser Torgau aus nur wenig massiven Häusern, die meisten, aus Lehm und Holz gebaut, waren mit Stroh und Schindeln gedeckt. Da brach im Jahre 1482 eine große Feuersbrunst in der Leipzigergasse aus, die gegen 106 Häuser in der Stadt und mehr als 40 in den Vorstädten zerstörte. Von nun an dachte man daran, massive, steinerne Häuser aufzuführen. Nicht blos an Stelle der niedergebrannten wurden solche aufgebaut, auch unversehrte Häuser mußten solchen Neubauten weichen. Zu Anfang des 30 jährigen Krieges zählte die Stadt gegen 1000 meist massive Häuser.
So kommt es denn, daß Torgau in seinem Innern heute noch den Charakter einer Stadt des 16. Jahrhunderts sich bewahrt hat. Die giebelgekrönten Häuser, die mehr oder weniger verzierten Erker, die charakteristischen Fensterprofilierungen und die reizvollen Hausthüren, alles versetzt uns in jene Zeit zurück.
Gehen wir heute vom Bahnhof nach dem Stadtinnern, so führt der Weg über eine alte Vorstadt, die 1811 den Festungswällen
Ernst Henze: Ein Gang durch das geschichtliche Torgau. Alterthumsverein Torgau, Torgau 1901, Seite 1. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gang_durch_das_geschichtliche_Torgau.pdf/3&oldid=- (Version vom 25.9.2025)