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gemeißelt. Somit haben wir den Bau durchschritten, soweit ihn Konrad Krebs geplant. Der große Meister erlebte die Vollendung seines Werkes nicht. Im Jahre 1540 ereilte ihn der Tod. Oben im Treppenturme finden wir sein und seiner Gemahlin Bildnis.

Den Flügel D schließt nach Südost der Hausmannsturm ab, der schon 1539 einen von Säulen getragenen Umgang erhielt. Die Giebel der Spitze erhielt er erst im Jahre 1616 durch den Baumeister Hans Friedrich Steger. Dieser schuf auch bis zum Jahre 1632 den Flügel A, der den Hof nach West abschließt.

Auf die glänzende Ausschmückung des Schlosses im Innern und auch außen, auf die verschiedenen Festlichkeiten, die darin gefeiert worden sind, sowie auf die äußeren Schicksale hier einzugehen, würde, obwohl es interessant wäre, doch zu weit führen.

Mit dem Schlosse im engen Zusammenhange stand die kurfürstliche Kanzlei. Sie diente vom 24.–31. Oktober 1711 Peter dem Großen als Wohnung, der, zu Schiff von Dresden kommend, 8 Tage in hiesiger Stadt weilte, um der Vermählungsfeier seines Sohnes Alexius, die im Riesensaal des Schlosses mit der schon genannten Prinzessin gefeiert wurde, beizuwohnen. Während seines Hierseins empfing er den Besuch des berühmten Gelehrten Leibniz, dem er eine jährliche Pension von 1000 Thalern aussetzte; auch besuchte er einen damals berühmten Torgauer Waffenschmied, der in der Scheffelstraße wohnte.

Die Stadtkirche, vor der uns unser Weg nun vorbeiführt, gehört den verschiedensten Bauperioden an. Wahrscheinlich ist sie durch Tiemo, den Vater des Markgrafen Konrad d. Gr., vor 1100 gegründet. Die Turmanlage ist romanisch und gehört an das Ende des 12., oder den Anfang des 13. Jahrhunderts. Die weiträumigen Hallen der drei gleich hohen Schiffe gehören dem 14., das Mittelchor dem endenden 15. Jahrhundert an. Das Westportal trägt die Inschrift 1516. Die Pfarrgebäude datieren ihr Alter zum Teil bis in das Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Von ihrer hohen Bedeutung zur Zeit der Reformation berichtet eine Gedenktafel; ebenso berichtet eine Tafel über die Bedeutung eines Hauses in der Ritterstraße, in dem außer dem großen Könige auch der berühmte Freiheitskämpfer v. Lützow in den Jahren 1828–30 gewohnt hat.

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Ernst Henze: Ein Gang durch das geschichtliche Torgau. Alterthumsverein Torgau, Torgau 1901, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gang_durch_das_geschichtliche_Torgau.pdf/9&oldid=- (Version vom 29.9.2025)