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Der evangelischen Kirche gehörten 326 an, der katholischen 174. Anfragen von Herrschaften um Dienstboten liefen 1570 ein, 228 Stellen wurden durch das Heim besetzt. Viele Mädchen fanden durch eigene Bemühungen Arbeit.

Die Zahl der Posteingänge betrug für beide Heime 2497.

Die verhältnißmäßig niedrige Besuchsziffer, die obige Statistik aufweist, hat nach der Ansicht unserer Leiterin wohl besonders darin ihren Grund, daß stellenlose Mädchen im vergangenen Sommer es zumeist vorzogen, in Pensionen zu wohnen, wo es ihnen gestattet war, auch noch abends spät die „Herrlichkeiten“ der Ausstellung in voller Freiheit zu genießen, während unsere heilsame Hausordnung dies verhindert. Wer die hiesigen Verhältnisse kennt, wird wohl begreifen, wie wir alles thun, die deutschen Begriffe von Familienzucht und Schicklichkeit den Bewohnerinnen unseres Heimes einzuprägen, sie zur Einfachheit in Gesinnung und im Äußeren anzuhalten und ihr Pflichtgefühl gegenüber der Herrschaft zu stärken. Dies Bestreben wird allerdings leider oft vielfach erschwert durch den allgemeinen Luxus- und Vergnügungssinn unserer Zeit bei Hoch und Niedrig und durch die traurige Thatsache, daß auch gar manche Herrschaften ihre Dienstboten überbürden und ausnutzen. Solche Leute suchen sich am liebsten Mädchen direkt aus der Heimat zu verschaffen, die mit hiesigen Zuständen noch ganz unbekannt sind. Möchte man es deshalb doch endlich in Deutschland lernen, niemanden ohne genaue vorherige Erkundigung in ganz fremde Verhältnisse zu geben, möchten sonderlich auch die christlichen Blätter in der Aufnahme von Stellenangeboten vorsichtiger sein.

Aus dem Gesagten geht hervor, welch ein reiches Feld nicht nur äußerlicher, sondern auch hausmütterlicher Fürsorge sich unsern beiden Vorsteherinnen im Heim bietet. Daß sie auch in diesem Jahre ihre mannigfaltigen Pflichten so treu und eifrig erfüllten, sei Schwester Adele v. Berschuer und ihrer Gehülfin Frl. Baupel von Herzen gedankt.

Infolge veränderter Verhältnisse im Erzieherinnenheim sahen wir uns zu dem Beschluß veranlaßt, für die Stellenvermittlung