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Klage-Lied eines Kunsthüttlers.


(Nach der Melodie des Menuett aus Don Juan.)


Wieder ist ein Jahr vergangen
Und der Steuerbote kreist
Und der Hoffnung „froh“ Verlangen
Wied’rum sich als „früh“ erweist.
Zehn Jahr hab’ ich schon gesteuert,
Immer hofft’ ich auf Gewinn;
Aber wieder – abgemeiert! –
Bild und Hoffnung sind nun hin! –

Manchen „Kummer“ fühlt’ ich schwinden,
Wenn’s an die Verloosung ging,
Und doch konnt’ ich nie ergründen,
Wo Fortuna’s Zipfel hing. –
Früher gab man uns, so hieß es,
Als Entgelt ein Jahresblatt;
Aber ach, nun hat auch dieses
Unser Vorstand, glaub ich, satt!

Heuer feiern wir schon wieder
So ein „schwarzes“ Stiftungsfest!
Selbst die heut’gen Tafellieder
Sind schon lange „aus dem Nest“.
Längat achon wollt’ ich meiner Schönen
Schaffen einen Kunstgenuß,
Doch Sie wird sich dran gewöhnen,
Daß „zu Haus“ Sie bleiben muß.

Empfohlene Zitierweise:
: Klage-Lied eines Kunsthüttlers. , Chemnitz 1880, Seite 1. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Klagelied_eines_Kunsth%C3%BCttlers.pdf/1&oldid=- (Version vom 4.3.2026)