Klage-Lied eines Kunsthüttlers
Wieder ist ein Jahr vergangen
Und der Steuerbote kreist
Und der Hoffnung „froh“ Verlangen
Wied’rum sich als „früh“ erweist.
Zehn Jahr hab’ ich schon gesteuert,
Immer hofft’ ich auf Gewinn;
Aber wieder – abgemeiert! –
Bild und Hoffnung sind nun hin! –
Manchen „Kummer“ fühlt’ ich schwinden,
Wenn’s an die Verloosung ging,
Und doch konnt’ ich nie ergründen,
Wo Fortuna’s Zipfel hing. –
Früher gab man uns, so hieß es,
Als Entgelt ein Jahresblatt;
Aber ach, nun hat auch dieses
Unser Vorstand, glaub ich, satt!
Heuer feiern wir schon wieder
So ein „schwarzes“ Stiftungsfest!
Selbst die heut’gen Tafellieder
Sind schon lange „aus dem Nest“.
Längat achon wollt’ ich meiner Schönen
Schaffen einen Kunstgenuß,
Doch Sie wird sich dran gewöhnen,
Daß „zu Haus“ Sie bleiben muß.
[2]
Und wo bleiben die Statuten,
Die man uns schon längst versprach?
Möchte man doch fast vermuthen,
Daß auch sie geholt der „Krach“.
Eins nur bleibt mir beim Vereine,
Drauf bau’ ich mit Zuversicht,
Daß ich „meinem Antheilscheine“
Schenke „Antheilnahme“ nicht.
Wenn der „Anbau“ ist vollendet
Und das neue Deckenlicht
Helligkeit von oben spendet,
Wird auch heller mein Gesicht.
Dann mit riesengroßen Bildern
Gentz’lich[1] füllt der Saal sich an,
Die man staunend seh’n und schildern,
Aber nicht „verloosen“ kann. –
△.
- ↑ Druckfehler. Der Setzer.