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abnehmen, wie großartig der Transport auf dem Hudson ist, denn abgesehen von andern Verkehrswegen, auf welchen ihm Waaren zugeführt werden, oder an welche er dergleichen abgibt, empfängt er Alles, was auf dem Erie, Champlain- und Oswegokanale schwimmt, oder für dieselben zur Weiterbeförderung bestimmt ist. Und Albany bildet, wie wir schon andeuteten, zugleich einen Anfangs- und Endpunkt der künstlichen Wasserstraßen, welche den atlantischen Ocean mit den großen Strömen und Seen im Westen und Nordwesten verbinden.[1]

Nicht zu den geringsten Vorzügen des Staats Newyork gehört die hohe Blüthe seines Schulwesens, für welches er kein Opfer scheut. Für die Zwecke der öffentlichen Erziehung steht ihm ein Kapital zu Gebote, das sich auf etwa zehn Millionen deutsche Thaler beläuft, und für die Gehälter von Lehrern und Lehrerinnen zahlt er jährlich etwa 1,300,000 Dollars. Eine nicht geringe Zahl jener geht aus dem Lehrerseminar zu Albany hervor, in welchem beständig 200–300 Zöglinge ihre Ausbildung für das Schulfach erhalten; unter diesen befinden sich auch manche für die Gebiete der Indianer und Farbigen bestimmte. Von der „Akademie“ in Albany pflegen die Amerikaner großes Aufheben zu machen; genauer besehen ist sie aber nicht einmal mit einem unserer deutschen Gymnasien zu vergleichen. Man darf sich überhaupt nicht durch die hochtönenden Namen täuschen lassen, welche Bruder Jonathan seinen Unterrichtsanstalten beilegt; sie sind durchgängig einseitig und, nach deutschen Begriffen wenigstens, sehr mangelhaft eingerichtet. Jede gewöhnliche Mädchenpension, in welcher Unterricht ertheilt wird, gibt man für eine Akademie aus; die „Albany Female Academy“ macht nur darin eine Ausnahme, daß sie in großem Styl angelegt ist und etwa vierhundert Schülerinnen zählt. Der Lehrplan ist wunderlich genug; die „Facultät“ besteht aus einem Professor der „Mental philosophy“ und Rhetorik, einem zweiten für Physik, Chemie und Botanik, einem dritten für französische und spanische Sprache (die deutsche fehlt!), einem vierten für Beredsamkeit. Dazu kommt noch ein Lehrer für Griechisch und Lateinisch, und ein Musikus, welcher Kirchenmusik, Orgel-, Harfen- und Pianofortespielen lehrt. Nimmt man noch einen Mann hinzu, der Zeichnenstunde gibt, so hat man die ganze „Akademie!“ Ein Augenzeuge, welcher dieselbe vor Kurzem besucht hat, hebt mit Recht hervor, wie nachtheilig es sei, daß diese 400 „Akademikerinnen“ weder spaziren gehen, noch zu irgend einer körperlichen Uebung angehalten werden. Er fand unter ihnen auch nicht ein einziges frisches, kräftiges, voll- und rothwangiges Mädchen; alle sahen bleich aus, waren mager oder gar klapperdürr, ohne auch nur eine Spur von schönen, runden Formen. Natürlich! Sie kommen kaum in’s Freie, müssen täglich sechs