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in einer Rathausbaurechnung aus dem Jahre 1564 von einem steinernen und einem hölzernen oder einem großen und einem kleinen Rathause gesprochen wird, läßt die Annahme zu, daß wir es mit zwei in verschiedenen Zeiten nebeneinander errichteten Bauten zu tun haben, von denen der eine wohl als Seitenflügel des Ganzen vorwiegend aus Holz,

Venetianischer Glaspokal mit der Jahreszahl 1511
aus dem Ratsschatze (im Stadtmuseum)
wahrscheinlich Fachwerk, aufgeführt worden war. Daraus erklärt sich auch die verschiedene Fenster-Geschoßhöhe und die unterschiedliche Giebelgestaltung. Abgesehen von den Giebeln und dem Portal war das Gebäude schmucklos. Wir erfahren nur, daß Maler zeitweise für Arbeiten am Rathause beschäftigt waren, es wird von einem Wappen und einem vergoldeten Monde gesprochen. Das Wappen ist jedenfalls das nach der Marktseite im zweiten Stockwerk am Ende der Fensterreihe angebrachte steinerne und wohl bemalte Stadtwappen gewesen und unter dem zu vergoldenden Monde dürfte die in Gold ausgeführte
Robert Bruck: Dresdens alte Rathäuser. Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1910, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Robert_Bruck_Dresdens_alte_Rath%C3%A4user.djvu/15&oldid=- (Version vom 7.8.2025)