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und den Bierausschank. Auf einer Abbildung sehen wir das Haus mit seinem schönen Giebel und Erker in seiner Verwendung als Rathaus. Zu seiten des Portals hängen an Tafeln Verordnungen und Bekanntmachungen.
Am 12. Dezember 1707 begann man mit der Niederlegung des Rathauses. Aber schon nach zwei Tagen berichtet der Bürgermeister Vogler in einer Ratssitzung, daß der Kurfürst sehr ungnädig sei über den geringen Eifer beim Abbruch und die kleine Zahl der dazu verwendeten Arbeiter. Mit großer Eile konnte der Rat den Abbruch nicht betreiben, da ein Umzug mit all den vielen Akten nicht so schnell zu bewerkstelligen war. Der Abbruchsvertrag mit dem Maurermeister Fehre ist erst vom 4. Januar 1708 datiert, und am 5. Januar drängt wieder der Geheime Rat von Hoymb, wenigstens die Ecke, wo die Akzisstube und große Stube gewesen seien, abzubrechen, damit der Kurfürst bei seiner Rückkehr nach Dresden einen richtigen Anfang sähe. Die Pranger- und Halsgerichte sollten inzwischen am Gewandhause angebracht und abgehalten werden, weil die Besitzer des Beuchlingschen Hauses, das der Rat bis zum 7. Januar 1709 für jährlich 400 Taler ermietet hatte, es sich zur Bedingung gemacht hatten, daß an dem Hause weder Pranger noch Halseisen angemacht, noch die Missetäter daselbst zur Staupe geschlagen, auch das Halsgericht nicht hier gehalten würde. Diese und alle anderen dergleichen Exekutionen sollten an einem anderen Orte vorgenommen werden. Während des nunmehr beschleunigten Abbruches geht es dem Kurfürsten wieder mit der Abfuhr des Schuttes zu langsam. Es wird erwogen, ob er nicht allen Einwohnern, die Pferde hielten, befehlen sollte, eine oder zwei Fuhren als Frondienste zu tun.
Beim Abbruch des alten Rathauses fand man im Knopf der Kuppel zwei Schriften, eine vom Jahre 1627 und eine von 1701, von denen die letztere bei Gelegenheit einer Reparatur, die erstere bei einem größeren Umbau dort verwahrt worden waren. Die Schrift vom Jahre 1627 ist von Bedeutung, weil uns außer den namhaftesten Persönlichkeiten des damaligen Dresdens auch die vom Kurfürsten und vom Rate mit dem Baue beauftragten Meister darin genannt werden: „Meister Georg Böhme Mäuerer, Meister Lucas Piezsch Zimmermann, Peter de Bruck Kunstmahler von Cöln am Reihn, Hans Tuerbach bestellter Gräbnermeister“.
Robert Bruck: Dresdens alte Rathäuser. Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1910, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Robert_Bruck_Dresdens_alte_Rath%C3%A4user.djvu/23&oldid=- (Version vom 11.8.2025)