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einer Schlaguhr auf dem Rathaustürmchen. Als infolge der Beschießung Dresdens durch die preußischen Truppen im Jahre 1760 am 19. Juli die Kreuzkirche samt Turm, Glocken, Seiger und Seigerschellen durch Feuer zerstört worden war, hatte die Stadt außer auf dem Schloßturm keine weitere öffentliche Schlaguhr. Die neue Rathausuhr schlug die Stunden und Viertelstunden mittels zweier hierzu neugegossenen Seigerschellen, von denen die eine 3 Zentner 44 Pfund und die andere kleinere 1 Zentner 47 Pfund wog. Außerdem wurde im gleichen Jahre 1765 auf der Front ein neuer Knopf (Vase), von dem Dresdner Klempnermeister Johann Peter Ude verfertigt, angebracht, in den man ein Verzeichnis der

Die große Ratsstube bis 1875
nach einer Zeichnung im Stadtmuseum

damaligen Ratsmitglieder legte. Der Knopf enthielt noch Münzen und ein Gedicht des kurfürstlichen Stallgürtlers Christoph Hänisch, der die 43 Buckeln des Knopfes in Feuer vergoldet hatte.

Im Jahre 1861 wurde das früher von Döringsche nunmehr Künzelsche Haus vom Rate für 80 000 Taler erworben und zu dem Rathause hinzugezogen. In 120 Jahren, also nach vier Generationen, eine Wertsteigerung von 68 000 Talern. In dem folgenden Jahre 1862 hat man die Räume des Rathauses noch insofern verändert, als man das Leporinische Haus in der Scheffelgasse vollständig abtrug und an seiner Stelle einen neuen Anbau an das Rathaus errichtete. Der Haupteingang wurde nunmehr in die Mitte der Altmarktfassade verlegt, durch den man zu einer neuen Haupttreppe gelangte, die 1865 dem Verkehr übergeben wurde. Damit hatte das Rathaus die Gestalt angenommen, in der wir es heute noch sehen.

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Robert Bruck: Dresdens alte Rathäuser. Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1910, Seite 31. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Robert_Bruck_Dresdens_alte_Rath%C3%A4user.djvu/33&oldid=- (Version vom 21.8.2025)