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Der Stadtkeller ward ins Leporinische Haus verlegt, ging aber 1805 ein. Wage und Wachtstube, sowie einige untergeordnete Expeditionen waren im Erdgeschoß des Rathauses untergebracht, während der größere Saal im ersten Obergeschoß, wo noch die Kommissionsstube und die Meißnische Kreissteuereinnahme sich befanden, als Ratsstube diente. Stadtgericht, Kämmerei und Bürgersteuereinnahme waren im zweiten, Vormundschaftsstube, Personensteuereinnahme und die Akteninspektion im dritten Stock eingerichtet.
Der Grundriß des Rathauses zeigt deutlich das Zusammenwachsen aus den verschiedenen, früher selbständigen Grundstücken. Man sieht schon an der alten

Das Altstädter Rathaus im Jahre 1910
Treppenanlage, die nur durch das Vorhaus zugänglich war, daß das einzelne Haus als Einfamilienhaus gedacht war. Es ist jetzt ein dreistöckiger schlichter Bau, über dessen Hauptgesims sich noch ein Halbgeschoß erhebt. Die bezeichnende Grundform der Häuser um 1750 ist die Gliederung durch einfaches Lisenenwerk. Die Fassade hat 13 Fenster Front und ist durch zwei Vorlagen von je drei Fenstern rythmisch gegliedert. Die ruhige schlichte Gliederung wird durch die einfache Liseneneinteilung der Obergeschosse hervorgehoben. Schmuck ist nur an den Vorlagen angebracht, im ersten Geschoß auf Konsolen ruhende breite Balkons mit schönen schmiedeeisernen Gittern, über den Fenstern ornamentale Stuckreliefs. Die Vertikalachsen der Vorlagen sind noch besonders betont durch die über den mittleren Stichbogenfenstern angebrachten Stuckmedaillons mit den Bildnissen König Augusts III. und seiner Gemahlin. Über dem Halbgeschoß zeigen mit der Königskrone geschmückte
Robert Bruck: Dresdens alte Rathäuser. Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1910, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Robert_Bruck_Dresdens_alte_Rath%C3%A4user.djvu/34&oldid=- (Version vom 21.8.2025)