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Vom Oste bis in West, vom Norde bis in Side
Hatt err mit seim Gesang des ganze Land erfräät,
Hat iwer’sch ganze Volk die scheenste Geistesblithe,
En hunnertfache Lenz mit voller Hand gesträät.
An seinen Namen und an Schillers Namen knüpfen
Wir deutscher Sprache Ruhm und deutscher Dichtung Glanz.
Vor eurem Siegsgespann, ihr Sängerfürsten, hüpfen
Die Musen, schwingend hoch die Harfe und den Kranz.
Ja, ja, so werrd’s wohl sei. Der Mann is net ganz unser!
Gehört dem deutsche Volk. Merr hawen net gepacht.
Es is ääch besser so. Ich bet e Vatterunser!
Dann höchstens in Senat hätt err’sch bei uns gebracht.
Doch stann bei uns sei Wieg; sei frohe Kinnerzeite,
Sei ehrschte Jinglingsjahrn hat err bei uns verbracht!
Bei uns griff err zuehrscht als Sänger in die Saite,
Dem Gretche hat err hie zuehrscht die Kur gemacht.
Von Frankfort zog err aus, aus unsre Dhorn un Porte,
Als wie e Sonnegott, der aus dem Oste bricht;
Erfillt hat err die Welt mit himmlische Akkorde,
Un Deutschland hat gestrahlt in seiner Dichtung Licht.
Enaus zum grine Wald! dort wolle merr Ihn feiern!
Wo’s frisch, als wie sei Lied un Odem Gottes, weht.
Enaus in grine Wald e Jeder, dem’s net bleiern
Im Haarzopp licht un nix von Poesie versteht.
Enaus per pedes un per Ache un Karosse!
Ganz Frankfort uff! un was deutsch singe kann un reddt!
Un, hörst de, Regegott, mach merr beileib kää Bosse,
Dann, wääßt de, Goethe war kaä Wasserdichter net!
Friedrich Stoltze: Gedichte in Frankfurter Mundart. Band 2. Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1884, Seite 163. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Stoltze_Gedichte_in_Frankfurter_Mundart_2_163.jpg&oldid=- (Version vom 11.4.2025)