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denn es mopset mir.“ Und Lilith, sein Weib, hub also an zu sprechen: „Es war einmal ein Mann im Lande Posen, so Löb Hirsch hieß. Und er sollte Zeugniß ablegen vor dem Richter gegen ein Mitglied des Rockford-Comité’s. Denn Löb Hirsch war doch seines Zeichens Altkleiderhändler. – Und der Richter, so ein Gojim war, frug ihn also: „Löb Hirsch, wie heißen Sie?“ – „Löb Hersch.“ – „Ihr Geburtsort?“ – „Posen.“ – „Stand und Gewerbe?“ – „Altkleiderhändler.“ – „Religion?“ „Wie heißt Religion? Wenn ich Ihnen doch saake, ich heiße Löb Hersch, bin von Posen und handle mit alten Kleidern, könn’ ich doch nicht sein ein Herrnhuter!“ – Und Lilith schwieg und blickte sinnig auf Adam. Und Adam blickete auf Lilith und sagte: „Au!“ – Und Lilith entfärbete sich und gebar ihm fünfhundert Dämonen, ehrwürdige Greise im Silberhaar. Und Adam nannte sie Meidinger, Hinkender Bote und Schatzkästlein des Witzes und der Laune, Fliegende Blätter und Schöne Feierstunden, Alterthumsverein und Anekdotenschatz des deutschen Volkes. – Und die Neugeborenen geriethen in Wuth und fielen über ihre Mutter her. Denn es stehet geschrieben also: das Alter soll man ehren. – Und Lilith entfloh durch die Luft. Und ihre Kinder verfolgten sie. – Zu Adam aber trat Gott der Herr an den hohlen Baum nnd[s 1] sprach also: „Als die Ahnfrau des Schöpfungskeims noch in den Windeln des Chaos lag und um Gestaltung schrie, schläferte sie die Urnacht, ihre Amme, ein mit der grausamen Anekdote von Löb Hirsch von Posen. – Aber ich verbot das, als einem humanen Zeitalter nicht mehr angemessen. – Und siehe, nach fünf Milliarden
Anmerkungen Wikisource
- ↑ Druckfehler, muss sein „und“.
Friedrich Stoltze: Gedichte in Frankfurter Mundart. Band 2. Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1884, Seite 286. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Stoltze_Gedichte_in_Frankfurter_Mundart_2_286.jpg&oldid=- (Version vom 10.4.2025)