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H. G.: Tafel-Lieder

Bald wirkt durch Malerei sie ein
     Als Kunst auf unsern Sinn,
Bald stellt sie uns aus Erz und Stein
     Der Plastik Bilder hin:
Bald führt sie, schaffend Dom und Haus,
Als Baukunst ihre Werke aus,
          Begeistert vom Drange,
     Gut, schön und wahr zu sein!

Und pflegen wir hier im Verein
     Auch nur die letztern drei,
So werden doch willkommen sein
     Uns stets die ersten zwei.
Heut schmücken mit vereinter Kraft
     Sie unsern frohen Kreis,
Und Alles, was uns Freude schafft,
     Erkennen wir mit Ppreis.
Drum Preis der Kunst, in welcher Art
Sie sich uns heut auch offenbart,
          Ist sie nur die echte,
     Vom Schönheitssinn beseelt!

Eins aber sei im lauten Klang
     Bestärkt hier heut aufs neu:
Der Kunst zu sein aus Herzensdrang
     Für immer hold und treu!
Aus ihrem Füllhorn streut sie dann
     Uns ihre Gaben aus,
Denn wer sie ehrt und lieb gewann,
     Dem schmückt sie Welt und Haus.
Mit ihr, durch Götterhand verwandt,
Reich’ uns die Freude heut die Hand,
          Das Fest uns zu schmücken
     Mit vollem Blüthenkranz.
 H. G.



Empfohlene Zitierweise:
H. G.: Tafel-Lieder. , Chemnitz 1880, Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Tafel-Lieder.pdf/2&oldid=- (Version vom 21.3.2026)