Lösung
- Eine Menge
heißt ein Körper, wenn es zwei
Verknüpfungen
(genannt Addition und Multiplikation)
-
und zwei verschiedene Elemente
gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.
- Axiome der Addition
- Assoziativgesetz: Für alle
gilt:
.
- Kommutativgesetz: Für alle
gilt
.
ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle
ist
.
- Existenz des Negativen: Zu jedem
gibt es ein Element
mit
.
- Axiome der Multiplikation
- Assoziativgesetz: Für alle
gilt:
.
- Kommutativgesetz: Für alle
gilt
.
ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle
ist
.
- Existenz des Inversen: Zu jedem
mit
gibt es ein Element
mit
.
- Distributivgesetz:
Für alle
gilt
.
- Die
Relation
heißt Ordnungsrelation, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind.
- Es ist
für alle
.
- Aus
und
folgt stets
.
- Aus
und
folgt
.
- Eine
Folge
in
heißt Cauchy-Folge, wenn folgende Bedingung erfüllt ist:
Zu jedem
,
,
gibt es ein
derart, dass für alle
die Beziehung
-

gilt.
- Unter der Reihe
versteht man die Folge
der Partialsummen
-

- Man sagt, dass
stetig im Punkt
ist, wenn es zu jedem
ein
derart gibt, dass für alle
mit
die Abschätzung
gilt.
- Eine
Treppenfunktion
-
heißt eine untere Treppenfunktion zu
, wenn
für alle
ist.
Formuliere die folgenden Sätze.
- Der Satz über rationale Zahlen in einem archimedisch angeordneten Körper
.
- Das
Weierstraß-Kriterium
für Funktionenfolgen.
- Der Satz über die Ableitung in einem lokalen Extremum.
Lösung
Es stehen zwei Eimer ohne Markierungen zur Verfügung, ferner eine Wasserquelle. Der eine Eimer hat ein Fassungsvermögen von
und der andere ein Fassungsvermögen von
Litern. Zeige, dass man allein durch Auffüllungen, Ausleerungen und Umschüttungen erreichen kann, dass in einem Eimer genau ein Liter Wasser enthalten ist.
Lösung
Die folgende Kette von Inhaltspaaren kann man bei den gegebenen Möglichkeiten offensichtlich erreichen.
-
Lösung
-
- Es ist

- Es geht um die gemeinsame Lösungsmenge der beiden Gleichungen
-

und
-

Wir ersetzen in der zweiten Gleichung
durch
und erhalten die Bedingung
-

Also ist
oder
.
Dies führt zu den drei Schnittpunkten
.
- Die Kreisgleichung
-

ist äquivalent zu
-

bzw. zu
-

Somit ist
-

Der untere Kreisbogen ist somit der Graph der Funktion
-
- Wir behaupten, dass die Parabel auf
oberhalb des unteren Kreisbogens verläuft. Es ist also
-

zu zeigen. Dies ist äquivalent zu
-

Da beide Terme im angegebenen Intervall positiv sind, ist dies äquivalent zu
-

Dies ist äquivalent zu
-

bzw. zu
-

was wegen
erfüllt ist.
Lösung
Wir beweisen die Aussage durch Induktion nach
, wobei die Induktionsvoraussetzung direkt durch die Wahl des Startwerts gesichert ist. Es gelte also
-

Dann ist

Beweise den Satz, dass jede nichtleere nach oben beschränkte Teilmenge
der reellen Zahlen
ein Supremum besitzt.
Lösung
Es sei
eine nichtleere, nach oben beschränkte Teilmenge. Es sei
und
eine obere Schranke für
, d.h. es ist
für alle
. Wir konstruieren zwei Folgen
und
,
wobei
wachsend,
fallend ist und jedes
eine obere Schranke von
ist
(sodass insbesondere
für alle
ist),
und so, dass
eine Cauchy-Folge ist. Dabei gehen wir induktiv vor, d.h. die beiden Folgen seien bis
bereits definiert und erfüllen die gewünschten Eigenschaften. Wir setzen
-
und
-
Dieses Punktepaar erfüllt die gewünschten Eigenschaften, und es ist
-
da in beiden Fällen der Abstand zumindest halbiert wird. Da die Folge
wachsend und nach oben beschränkt ist, konvergiert sie nach
Korollar 7.1 (Analysis (Osnabrück 2021-2023))
gegen einen Grenzwert, sagen wir
. Ebenso ist die fallende Folge
nach unten beschränkt und konvergiert gegen denselben Grenzwert
. Wir behaupten, dass dieses
das Supremum von
ist. Wir zeigen zuerst, dass
eine obere Schranke von
ist. Sei dazu
für ein
angenommen. Da die Folge
gegen
konvergiert, gibt es insbesondere ein
mit
-

im Widerspruch dazu, dass jedes
eine obere Schranke von
ist.
Für die Supremumseigenschaft müssen wir zeigen, dass
kleinergleich jeder oberen Schranke von
ist. Sei dazu
eine obere Schranke von
und nehmen wir an, dass
ist. Da
gegen
konvergiert, gibt es wieder ein
mit
-

im Widerspruch dazu, dass
eine obere Schranke ist. Also liegt wirklich das Supremum vor.
Beweise die folgenden Aussagen zu
Real-
und
Imaginärteil
von
komplexen Zahlen.
- Es ist
.
- Es ist
.
- Es ist
.
- Für
ist
-
- Es ist
genau dann, wenn
ist, und dies ist genau dann der Fall, wenn
ist.
Lösung Es seien im folgendem jeweils z = a + b·i, w = c + d·i mit a,b,c,d aus den komplexen Zahlen. Dann gilt:
1. z = a + bi = Re(z) + Im(z)*i.
2. Re(z + w) = Re(a + bi + c + di) = Re((a + c) + i(b + d)) = a + c = Re(a + bi) + Re(c + di) = Re(z) + Re(w).
3. Im(z + w) = Im(a + bi + c + di) = Im((a + c) + i(b + d)) = b + d = Im(a + bi) + Im(c + di) = Im(z) + Im(w).
4. Sei r aus den reellen Zahlen, dann gilt
Re(rz) = Re(r(a + bi)) = Re(ra + rbi) = ra = rRe(z) und
Im(rz) = Im(r(a + bi)) = Im(ra + rbi) = rb = rIm(z)
5. Seien A,B,C die drei Aussagen.
[A => B] Es gelte z = Re(z) => z = Re(a + bi) = a, also z ist reell.
[B => C] Es sei z reell. Dann gilt Im(z) = Im(z + 0·i) = 0.
[C => A] Es sei Im(z) = 0. Dann gilt b = 0 also z = a = Re(z).
Lösung
Die angegeben Potenzen sind offenbar Teiler von
. Die Umkehrung beweisen wir durch Induktion über
. Als Teiler kommen nur Polynome in Frage, deren Grad kleiner/gleich
ist. Sei
.
Eine Faktorzerlegung in normierte Polynome muss die Form
-

haben, was
erzwingt. Es sei nun
beliebig und eine Faktorzerlegung
-

in normierte Polynome
vorgegeben. Da
eine Nullstelle links ist, muss
oder
sein. Sagen wir der erste Fall liegt vor. Nach
Lemma 11.6 (Analysis (Osnabrück 2021-2023))
ist
ein Teiler von
und somit ist
-

Da
nullteilerfrei ist, folgt
-

und die Aussage folgt aus der Induktionsvoraussetzung.
Setze in das Polynom
die Zahl
ein.
Lösung
Es ist

Beweise den Satz über die Stetigkeit der Umkehrfunktion zu einer streng wachsenden, stetigen Funktion
, zu einem Intervall
.
Lösung
Dass das Bild wieder ein Intervall ist folgt aus
Korollar 13.5 (Analysis (Osnabrück 2021-2023)).
Die Funktion
ist
injektiv,
da sie streng wachsend ist und damit ist die Abbildung
-
auf das Bild
bijektiv.
Die Umkehrfunktion
-
ist ebenfalls streng wachsend.
Sei
und
vorgegeben.
Es sei zunächst
kein
Randpunkt
von
. Dann ist auch
kein Randpunkt von
. Sei
vorgegeben und ohne Einschränkung
angenommen. Dann ist
-

und für
gilt wegen der Monotonie
-
![{\displaystyle {}g(y')\in [g(y-\delta ),g(y+\delta )]\subseteq [x-\epsilon ,x+\epsilon ]\,.}](../../../_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/0bb2aed0ef0a00be5596b81a2ee778e45594600c.svg)
Also ist
stetig in
. Wenn
ein Randpunkt von
ist, so ist auch
ein Randpunkt von
, sagen wir der rechte Randpunkt. Dann ist zu vorgegebenem
wieder
und
erfüllt die geforderte Eigenschaft.
Gibt es eine reelle Zahl, die in ihrer dritten Potenz, vermindert um das Vierfache ihrer zweiten Potenz, gleich der Quadratwurzel von
ist?
Lösung
Ordne die Zahlen
-
gemäß ihrer Größe.
Lösung
Es ist einerseits

Andererseits ist

wobei wir im dritten Schritt die geometrische Reihe verwendet haben. Daher ist
-

Es sei
eine
differenzierbare Funktion.
Bestimme die Ableitung der Funktion
-

Lösung
Es ist

Lösung
- Da
streng fallend ist, besitzt die maximale untere Treppenfunktion auf jedem Teilintervall den Wert von
an der oberen Intervallgrenze. Der Flächeninhalt der maximalen unteren Treppenfunktion ist also
-

- Es ist
-

Dies ist genau dann gleich
, wenn
-

also
-

ist. Da die zweite Ableitung negativ ist, liegt in diesem Punkt ein lokales isoliertes Maximum mit dem Wert
-

vor, das auch global ist, da an den Grenzen der Wert
ist.
Eine Kettenlinie
(eine durchhängende Kette)
wird durch die gewöhnliche Differentialgleichung
-

beschrieben
(
).
Finde die Lösung, wenn
ist.
Lösung
Wir setzen
-

diese Funktion erfüllt dann die Differentialgleichung
-

erster Ordnung. Das ist eine „zeitunabhängige“ Differentialgleichung. Eine Stammfunktion von
findet man
(siehe
Lemma 27.8 (Analysis (Osnabrück 2021-2023)))
mit der Substitution
-

es ist
-

eine Stammfunktion ist also
. Die Lösungen der Differentialgleichung für
sind also
-

Daher sind die Lösungen für die ursprüngliche Gleichung gleich
-

Da die Anfangsbedingung symmetrisch zur
-Achse ist, muss
-

sein. Die Bedingung
-

liefert
-

Also ist
-

die Lösung.