Wir stellen hier einige topologische Begriffe zusammen, die für die Äquivalenz von Normen und für die Konvergenz von
(stochastischen)
Matrizen relevant sind.
Es sei
ein
metrischer Raum und sei
eine
Folge
in
. Man sagt, dass die Folge gegen
konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.
Zu jedem
,
,
gibt es ein
derart, dass für alle
die Beziehung
-

gilt. In diesem Fall heißt
der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch
-

Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert
(ohne Bezug auf einen Grenzwert),
andernfalls, dass sie divergiert.
Die Konvergenz in einem metrischen Raum ist ein Spezialfall der Konvergenz in einem topologischen Raum, siehe
Aufgabe *****.
Es sei die Gesamtfolge konvergent gegen
.
Wir behaupten, dass die
-te Komponentenfolge
gegen
konvergiert. Sei
(ohne Einschränkung)
und
vorgegeben. Wegen der Konvergenz der Gesamtfolge gibt es ein
mit
für alle
.
Daher ist

Es seien nun alle Komponentenfolgen konvergent, wobei die
-te Folge den Grenzwert
besitzen möge, und sei ein
vorgegeben. Wir setzen
und behaupten, dass die Folge gegen
konvergiert. Zu
gibt es für jede Komponentenfolge ein
derart, dass
für alle
gilt. Dann gilt für alle
-

die Beziehung


Es sei zunächst
abgeschlossen und eine Folge
gegeben, die in
gegen
konvergiert. Wir müssen zeigen, dass
ist. Angenommen, dies wäre nicht der Fall. Dann liegt
im offenen Komplement von
und daher gibt es ein
derart, dass der gesamte
-
Ball
im Komplement von
liegt. Also ist
-

Da die Folge aber gegen
konvergiert, gibt es ein
derart, dass alle Folgenglieder
,
,
zu diesem Ball gehören. Da sie andererseits in
liegen, ist dies ein Widerspruch.
Es sei nun
nicht abgeschlossen. Wir müssen eine Folge in
konstruieren, die in
konvergiert, deren Grenzwert aber nicht zu
gehört. Da
nicht abgeschlossen ist, ist das Komplement
nicht offen. D.h. es gibt einen Punkt
derart, dass in jedem
-Ball von
auch Punkte außerhalb von
, also in
liegen. Insbesondere ist also für jede natürliche Zahl
der Durchschnitt
-

Wir wählen aus dieser Schnittmenge ein Element
und behaupten, dass die sich ergebende Folge die gewünschten Eigenschaften besitzt. Zunächst liegen nach Konstruktion alle Folgenglieder in
. Die Folge konvergiert gegen
, da man sich hierzu auf
-

beschränken kann und alle Folgenglieder
,
,
in
liegen. Da der Grenzwert einer Folge im Falle der Existenz eindeutig bestimmt ist, und
ist, konvergiert die Folge in
nicht.

Wenn
nicht
beschränkt
ist, so gibt es zu jeder natürlichen Zahl
ein
mit
.
Diese Folge kann keine konvergente Teilfolge besitzen. Wenn
nicht
abgeschlossen
ist, so gibt es nach
Fakt *****
eine Folge
,
die gegen ein
,
konvergiert.
Jede Teilfolge davon konvergiert ebenfalls gegen
, sodass es keine in
konvergente Teilfolge geben kann.
Es sei nun
abgeschlossen und beschränkt, und sei eine Folge
vorgegeben. Für diese Folge ist insbesondere jede Komponentenfolge
beschränkt. Wir betrachten die erste Komponente
.
Nach dem
Satz von Bolzano-Weierstrass
gibt es eine Teilfolge
derart, dass die erste Komponente dieser Folge konvergiert. Aus dieser Teilfolge wählen wir nun eine weitere Teilfolge derart, dass auch die zweite Komponentenfolge konvergiert. Insgesamt erhält man durch dieses Verfahren eine Teilfolge, wo jede Komponentenfolge konvergiert. Nach
Fakt *****
konvergiert dann die gesamte Teilfolge in
. Da
abgeschlossen ist, liegt nach
Fakt *****
der Grenzwert in
.

Es sei
kompakt und sei eine Folge
gegeben.
Nehmen wir an, dass diese Folge keinen Häufungspunkt besitzt. Das bedeutet, dass es zu jedem
eine offene Umgebung
gibt, in der es nur endlich viele Folgenglieder gibt. Wegen
-

gibt es nach Voraussetzung eine endliche Teilüberdeckung
-

Diese enthält einerseits alle Folgenglieder und andererseits nur endlich viele Folgenglieder, ein Widerspruch.
Es sei die Folgeneigenschaft erfüllt und sei
eine Überdeckung mit offenen Mengen. Da
eine
abzählbare Basis
besitzt, gibt es nach
Aufgabe *****
eine abzählbare Teilmenge
mit
-

Wir können
annehmen. Nehmen wir an, dass die Überdeckung
keine endliche Teilüberdeckung besitzt. Dann ist insbesondere
für jedes
und daher gibt es zu jedem
ein
mit
.
Nach Voraussetzung besitzt diese Folge einen Häufungspunkt
. Da eine Überdeckung
vorliegt, gibt es ein
mit
.
Da
ein Häufungspunkt ist, liegen unendlich viele Folgenglieder in
. Dies ist ein Widerspruch, da nach Konstruktion für
die Folgenglieder
nicht zu
gehören.

Der folgende Satz heißt Satz von Heine-Borel.
Die Äquivalenz von (1) und (2) wurde allgemeiner in
Fakt *****
bewiesen, für die Existenz einer abzählbaren Basis siehe
Aufgabe *****.
Die Äquivalenz von (2) und (3) ist klar.
Die Äquivalenz von (3) und (4) wurde in
Fakt *****
gezeigt.

Es sei
-
eine
Abbildung
zwischen den
metrischen Räumen
und
und sei
ein Punkt. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
-
ist
stetig
im Punkt
.
- Für jedes
gibt es ein
mit der Eigenschaft, dass aus
folgt, dass
-

ist.
- Für jede
konvergente Folge
in
mit
ist auch die
Bildfolge
konvergent mit dem Grenzwert
.
Die Äquivalenz von (1) und (2) ist klar.
Es sei nun (2) erfüllt und sei
eine Folge in
, die gegen
konvergiert. Wir müssen zeigen, dass
ist. Dazu sei
gegeben. Wegen (2) gibt es ein
mit der angegebenen Eigenschaft und wegen der Konvergenz von
gegen
gibt es eine natürliche Zahl
derart, dass für alle
die Abschätzung
-

gilt. Nach der Wahl von
ist dann
-
sodass die Bildfolge gegen

konvergiert.
Es sei (3) erfüllt und
vorgegeben. Wir nehmen an, dass es für alle
Elemente
gibt, deren Abstand zu
maximal gleich
ist, deren Wert
unter der Abbildung aber zu
einen Abstand größer als
besitzt. Dies gilt dann insbesondere für die Stammbrüche
,
.
D.h. für jede natürliche Zahl
gibt es ein
mit
-
Diese so konstruierte Folge
konvergiert gegen
, aber die Bildfolge konvergiert nicht gegen
, da der Abstand der Bildfolgenwerte zu
zumindest
ist. Dies ist ein Widerspruch zu (3).

Es sei
-
eine
Abbildung
zwischen den
metrischen Räumen
und
. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
-
ist
stetig
in jedem Punkt
.
- Für jeden Punkt
und jedes
gibt es ein
mit der Eigenschaft, dass aus
folgt, dass
ist.
- Für jeden Punkt
und jede
konvergente Folge
in
mit
ist auch die Bildfolge
konvergent mit dem Grenzwert
.
- Für jede
offene Menge
ist auch das
Urbild
offen.
Die Äquivalenz der ersten drei Formulierungen folgt direkt aus
Fakt *****.
Es sei (1) erfüllt und eine offene Menge
gegeben mit dem Urbild
.
Sei
ein Punkt mit dem Bildpunkt
.
Da
offen ist, gibt es nach Definition ein
mit
.
Nach (2) gibt es ein
mit
.
Daher ist
-

und wir haben eine offene Ballumgebung von
innerhalb des Urbilds gefunden. Deshalb ist
offen.
Es sei (4) erfüllt und
mit
und
vorgegeben. Da der offene Ball
offen ist, ist wegen (4) auch das Urbild
offen. Da
zu dieser Menge gehört, gibt es ein
mit
-

sodass (1) erfüllt ist.

Beweis
Siehe
Aufgabe *****.
