Abschied nehmen
Verb, Redewendung
| Person | Wortform | |||
|---|---|---|---|---|
| Präsens | ich | nehme Abschied | ||
| du | nimmst Abschied | |||
| er, sie, es | nimmt Abschied | |||
| Präteritum | ich | nahm Abschied | ||
| Konjunktiv II | ich | nähme Abschied | ||
| Imperativ | Singular | nimm Abschied! | ||
| Plural | nehmt Abschied! | |||
| Perfekt | Partizip II | Hilfsverb | ||
| Abschied genommen | haben | |||
Alle weiteren Formen: Flexion:Abschied nehmen | ||||
Worttrennung:
- Ab·schied neh·men, Präteritum: nahm Ab·schied, Partizip II: Ab·schied ge·nom·men
Aussprache:
- IPA: [ˈapʃiːt ˌneːmən]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] gehoben: sich verabschieden, bevor man sich für längere Zeit entfernt, bevor man für längere Zeit abwesend, getrennt sein wird
- [2] übertragen: mit einer Sache aufhören; sich von etwas trennen; auf etwas verzichten
- [3] gehoben: einer toten (kürzlich verstorbenen, zu Tode gekommenen) Person die letzte Ehrerbietung erweisen
Herkunft:
- strukturell: Wortverbindung aus dem Substantiv Abschied und dem Verb nehmen
Synonyme:
- [1] gehoben: sich empfehlen, Lebewohl sagen
- [2] sich verabschieden
Oberbegriffe:
- [1–3] trennen
- [1, 3] sich verabschieden
Beispiele:
- [1] «Es war Hanna, die nicht heiraten wollte, und ich hatte keine Wahl, ich mußte nach Bagdad, gemäß Vertrag. Hanna begleitete mich noch an die Bahn, und wir nahmen Abschied.»[1]
- [2] „Wir werden Abschied nehmen müssen von dem Lieblingsgedanken vieler Wirtschafts- und Sozialpolitiker, […].“[2]
- [2] „Den Abschied von den hochfliegenden Plänen eines arabischen Bundesstaats an Stelle des nun von den Ägyptern anvisierten Staatenbundes, nahm der von seinem Liebeswerben tief enttäuschte Ghaddafi mit dem Hinweis auf das ‚verlorene Paradies‘.“[3]
- [2] „Es heißt Abschied nehmen von alten und vertrauten Ernährungsgewohnheiten.“[4]
- [2] «Es gilt Abschied zu nehmen von der Vorstellung, dass alles gelungen sein müsse.»[5]
- [2] „Doch selbst für mutige Spitzenreiter wie ihn wird einmal die Zeit kommen, vom Risikosport Abschied zu nehmen.“[6]
- [2] „Um meine Gesundheit nicht zu gefährden, nahm sie, ohne mit der Wimper zu zucken und ohne Rücksicht auf die Folgen für unsere finanzielle Situation, von dem lang gehegten Traum einer Zukunft in Liberia Abschied.“[7]
- [3] „Die Aufbahrung erfolgt am Sonnabend in der Säulenhalle der Klosterkirche von Spasski, damit die Bevölkerung von dem Verstorbenen Abschied nehmen kann.“[8]
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] von den Freunden, der Heimat Abschied nehmen
- [2] von einem Gedanken, einer Idee, Vorstellung Abschied nehmen
- [2] von einem Plan, Vorhaben Abschied nehmen
- [2] von (alten, liebgewonnenen) Gewohnheiten Abschied nehmen
- [3] von einem (geliebten) Verstorbenen Abschied nehmen
Wortbildungen:
- [1–3] Abschiednehmen n
Übersetzungen
[1] sich verabschieden
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[2] mit einer Sache aufhören; sich von etwas trennen; auf etwas verzichten
|
Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1, 3] Duden online „Abschied“
- [1, 3] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Abschied«.
- [1, 3] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »Abschied: Abschied nehmen«, Seite 29 (Internet Archive).
Quellen:
- ↑ Max Frisch: Homo faber. Ein Bericht. 161.–180. Tausend [9. Auflage], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1966, Seite 69 (Erstausgabe 1957).
- ↑ Wolfgang Krüger: Der auseinander geplatzte Beirat. In: DIE ZEIT. Nummer 45, 6. November 1958, ISSN 0044-2070, Seite 13 (Archiv-URL, abgerufen am 22. Februar 2026).
- ↑ Dietrich Strothmann: Suche nach dem alten Paradies. In: DIE ZEIT. Nummer 29, 13. Juli 1973, ISSN 0044-2070, Seite 4 (Archiv-URL, abgerufen am 22. Februar 2026).
- ↑ Konrad Müller-Christiansen: Kalorientabellen können Waage nicht ersetzen. In: Mannheimer Morgen. Nummer 173, 30. Juli 1985, Seite 03.
- ↑ Rolf Schnelli: «Wenn das Nest leer wird». In: St. Galler Tagblatt. 30. April 1997.
- ↑ Thomas Götz: Das Pferd gewinnt auch ohne ihn. In: Berliner Zeitung. 16. August 1999, ISSN 0947-174X.
- ↑ Hans J. Massaquoi; mit einem Nachwort von Ralph Giordano: »Neger, Neger, Schornsteinfeger!« Meine Kindheit in Deutschland. Vollständige Taschenbuchausgabe, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München ©1999 (Originaltitel: Destined to Witness, übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann aus dem Amerikanischen), ISBN 3-426-61854-0, Seite 33 (Lizenzausgabe mit Genehmigung des Scherz Verlages, Bern/München/Wien).
- ↑ Hans Joachim Schädlich: Versuchte Nähe. Prosa. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1977, ISBN 3-498-06125-9, Seite 180.