Abwind

Abwind (Deutsch)

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Abwind die Abwinde
Genitiv des Abwindes
des Abwinds
der Abwinde
Dativ dem Abwind
dem Abwinde
den Abwinden
Akkusativ den Abwind die Abwinde

Worttrennung:

Ab·wind, Plural: Ab·win·de

Aussprache:

IPA: [ˈapvɪnt]
Hörbeispiele:  Abwind (Info)

Bedeutungen:

[1] im Lee von Berghängen oder an schwach geneigtem Gelände talwärts strömende Luft
[2] im Bereich von Fronten, in Schauerwolken und Gewitterwolken fallende Winde
[3] Wind, der jemandem Emissionen zuführt
[4] verwirbelter, abgeschwächter Wind hinter den Segeln anderer Boote
[5] durch Flugzeuge oder Hubschrauber bei Start und Landung erzeugte, abwärts gerichtete Luftströmung
[6] im Abwind → im Abstieg, Niedergang oder Verfall

Herkunft:

Derivation (Ableitung) des Substantivs Wind mit dem Präfix ab-

Synonyme:

[1] Fallwind
[2] Windscherung
[4] Windloch
[5] abwärts gerichteter Luftstrom, abwärts gerichtete Luftströmung
[6] Abstieg, Niedergang, Verfall

Gegenwörter:

[1–4] Aufwind
[6] Aufstieg, Aufbau, Boom, Wachstum

Oberbegriffe:

[1] Wind, Thermik
[5] Luftstrom, Luftströmung
[6] Entwicklung, Werdegang

Unterbegriffe:

[1] warme Fallwinde: Chanduy, Chinook, Föhn, Puelche, Zonda
[1] kalte Fallwinde: Böhmischer Wind, Bora, Elvegust, Gletscherwind, Mistral, Tramontana

Beispiele:

[1] Kalte Abwinde an Berghängen entstehen, wenn die Luft in höheren Lagen stärker abkühlt als im Tal.
[1] Während sich die Amerikaner im Abwind des Vulkanschlots aus der Asche schaufeln, diskutieren Wissenschaftler die möglichen Auswirkungen des Ereignisses auf Umwelt und Klima.[1]
[1] „Wenn es gelingt, […] die Auf- und Abwinde richtig einzuschätzen, den Drachen optimal zu steuern, fehlerfrei zu navigieren, dann stellen sich dem Flieger schon während seiner Tätigkeit positive Rückmeldungen ein, die in einen Flow-Zustand versetzen können.“[2]
[2] An einer Stelle sei man 1500 Meter gesackt, in 40 Sekunden, hineingefallen in einen tückischen Abwind.[3]
[2] Albatrosse kreisen in den Auf- und Abwinden, Felsenpinguine giften sich an, rangeln um einen Stehplatz für die Mauser.[4]
[3] Der Forst im Abwind Hamburgs meldet 52 Prozent kranke Bäume.[5]
[4] Unerfahrene Regattasegler segeln zu lange in den Abwinden anderer.
[4] Er soll, wenn die Regatta dann Fahrt aufnimmt, möglichst wenig Wind in die Segel bekommen, vielleicht sogar nur im Abwind hinterherschippern.[6]
[5] Hubschrauberpiloten müssen dem Abwind zu entkommen suchen, den sie selbst mit ihrem Fahrzeug produzieren.
[5] Am Landeplatz eines Hubschraubers ist Vorsicht geboten, weil der Abwind des Rotors herumliegende Gegenstände hoch schleudern kann.
[6] Als Regierungspartei befinden sie sich im steten Abwind.[7]
[6] Offensichtlich verstehen das aber immer weniger: Denn „die Szene ist im Abwind. Die Euphorie hat ihren Höhepunkt überschritten“, erklärt Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier.[8]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] plötzlicher, starker, schwacher, wachsender Abwind
[6] Börse, Demokratie, Währung im Abwind
[6] im finanziellen Abwind

Wortbildungen:

Abwindzone

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1–5] Wikipedia-Artikel „Abwind
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Abwind
[1, 2] Duden online „Abwind
[1–6] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalAbwind

Quellen:

  1. Günter Haaf: Nacht fiel über Yakima. In: Zeit Online. Nummer 23/1980, 30. Mai 1980, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 13. September 2012).
  2. Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, Seite 214.
  3. Rolf Kunkel: Flug ins Auge des Hurrikans. In: Zeit Online. Nummer 38/1998, 10. September 1998, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 13. September 2012).
  4. Christian Thiele: Antarktis: Kalter Hauch. In: DiePresse.com. 5. Juli 2007, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 13. September 2012).
  5. Günter Haaf: Wenn das der Eiserne Kanzler wüßte. In: Zeit Online. Nummer 43/1983, 21. Oktober 1983, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 13. September 2012).
  6. Joachim Riedl: Nihilisten an der Macht. In: Zeit Online. 5. Juli 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 13. September 2012).
  7. Matthias Geis: Das Unbehagen an der Macht. In: Zeit Online. 21. Juni 2000, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 13. September 2012).
  8. Steffen Arora: Die Ökonomie der Halfpipe. In: DiePresse.com. 2. April 2008, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 13. September 2012).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Absinth