Strohwitwer

Strohwitwer (Deutsch)

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Strohwitwer die Strohwitwer
Genitiv des Strohwitwers der Strohwitwer
Dativ dem Strohwitwer den Strohwitwern
Akkusativ den Strohwitwer die Strohwitwer

Nicht mehr gültige Schreibweisen:

bis 1901: Strohwittwer

Worttrennung:

Stroh·wit·wer Plural: Stroh·wit·wer

Aussprache:

IPA: [ˈʃtʁoːˌvɪtvɐ]
Hörbeispiele:  Strohwitwer (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich scherzhaft: vorübergehend zurückbleibender Partner in einer Lebensgemeinschaft, dessen Partnerin oder Partner für eine gewisse (eher kürzere als längere) Zeit abwesend ist

Herkunft:

Ableitung (Motion, Movierung) des Maskulinums aus der femininen Form Strohwitwe mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -er

Synonyme:

[1] bairisch, sonst veraltet: Strohwittiber

Weibliche Wortformen:

[1] Strohwitwe

Oberbegriffe:

[1] Mann

Beispiele:

[1] „Wenn Emma aber leben blieb, d. h. noch einige Jahre ſich hinſchleppte, ſo galt er dem Freiherrn immer als der verächtliche Schwiegerſohn des alten Wucherers, ſo mußte er bei Auenheims in der langweiligen Rolle eines traurigen Strohwittwers auftreten und konnte vor Allem natürlich nicht um die Hand eines der Mädchen werben.“[1]
[1] „Er iſt Strohwitwer; ſeine Frau kann das Klima hier nicht vertragen, ſagt ſie, und reiſt darum jeden Herbſt nach Italien und Ägypten.“[2]
[1] „»Wirklich, du bist ja heute abend Strohwitwer?« bemerkte sie.
»Deine Frau kommt erst morgen früh zurück, nicht wahr?«“[3]

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Strohwitwer
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Strohwitwer
[1] Duden online „Strohwitwer
[1] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Strohwitwer“ auf wissen.de
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Strohwitwer
[1] The Free Dictionary „Strohwitwer
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Strohwitwer
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalStrohwitwer
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Strohwitwer
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Strohwitwer«.
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Deutsches Wörterbuch. 9. Auflage. Wissen-Media-Verlag, Gütersloh/München 2011, ISBN 978-3-577-07595-4, Stichwort »Strohwitwer«, Seite 1432 (Internet Archive).

Quellen:

  1. Fritz Mauthner: Der neue Ahasver. Roman aus Jung-Berlin. 1. Auflage. Zweiter Band, Verlag von Heinrich Minden, Dresden/Leipzig 1882, Seite 93–94 (Google Books).
  2. Hermann Löns: Der zweckmäßige Meyer. Ein schnurriges Buch. Adolf Sponholtz Verlag, Hannover 1911, Seite 18 (Google Books).
  3. Émile Zola: Nana. Ein Pariser Sittenroman. Emil Vollmer Verlag (Originaltitel: Nana, übersetzt von Armin Schwarz) (DiB-Projekt Gutenberg-DE).