medinisch

medinisch (Deutsch)

Adjektiv

Positiv Komparativ Superlativ
medinisch
Alle weiteren Formen: Flexion:medinisch

Nebenformen:

medinensisch

Worttrennung:

me·di·nisch, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [meˈdiːnɪʃ]
Hörbeispiele:
Reime: -iːnɪʃ

Bedeutungen:

[1] zur Stadt Medina gehörig, auf Medina bezogen, sich dort befindend / von dort stammend
[2] Islam, Geschichte, Koran, besonders von Suren, Versen: zur Zeit des Aufenthalts des Propheten Mohammed  WP in/bei Medina (ab 622) – nach der Hedschrageoffenbart/entstanden[1]

Herkunft:

Ableitung des Adjektivs vom Stamm des Substantivs/Toponyms Medina mit dem Ableitungsmorphem (Derivatem) -isch

Gegenwörter:

[2] mekkanisch

Beispiele:

[1] „Die medinische Schule ward durch die omajadische Verwüstung der Stadt nach allen Seiten versprengt, […].“[2]
[1] „Dagegen findet sich nabī ‚Prophet‘, aus hebr. nābī oder aram. nebīʾā entlehnt, erst seit der zweiten mekkanischen Periode, und erst in medinischer Zeit, wie es scheint, hat Muhammad davon den gebrochenen Plural anbijā gebildet.“[3]
[1] „[…] medinischer Steuereinnehmer in Hadramaut war Ziâd b. Labid.“[4]
[1] „Aber nicht nur konkret deren [der nach dem Vorbild der Banū Israʾīl gebildeten Suren] durch die medinische Ereignisgeschichte nun ambivalent besetzte Erinnerungsfiguren, sondern auch die eigene innerislamische Erfahrung, bleiben jetzt von einer weiteren narrativen Entfaltung ausgeschlossen.“[5]
[2] „Nach der Zählung Zarkaschi gibt es 29 medinische Suren und 85 mekkanische Suren.“[6]
[2] „Medinische Suren reflektieren eine Bewegung, die sich zu der in den späteren mekkanischen Texten festgestellten rückläufig verhält: nämlich vom Heilligen Land […] zurück in die arabische Halbinsel, […].“[7]
[2] „[…] Baghâwi und Jaʿkubi halten sie [(Sure 64)] für medinisch.“[8]
[2] „Eine Unsicherheit besteht in der Frage, ob Vers 6 als mekkanisch oder medinisch zu gelten hat.“[9]

Übersetzungen


Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „medinisch

Quellen:

  1. Wikipedia-Artikel „Geschichte des Korantextes: Frühere mekkanische und spätere medinensische Textpassagen
  2. August Müller: Der Islam im Morgen- und Abendland. Erster Band, G. Groth, Berlin 1885, Seite 405 (Google Books, abgerufen am 20. Januar 2026).
  3. Josef Horowitz: Koranische Untersuchungen. In: Studien zur Geschichte und Kultur des islamischen Orients. Heft IV, Walter de Gruyter & Co., Berlin/Leipzig 1926, Seite 47 (Google Books, abgerufen am 20. Januar 2026).
  4. Julius Wellhausen: Prolegomena zur ältesten Geschichte des Islams. In: Skizzen und Vorarbeiten von J. Wellhausen. Sechstes Heft, Verlag von Georg Reimer, Berlin 1899, Seite 30 (Google Books, abgerufen am 20. Januar 2026).
  5. Angelika Neuwirth: Vom Rezitationstext über die Liturgie zum Kanon. In: Stefan Wild (Herausgeber): The Qur'an as Text. E. J. Brill, Leiden/New York/Köln 1996, ISBN 90-04-10344-9, Seite 101 (Google Books, abgerufen am 19. Januar 2026).
  6. Johann Friedrichs: Gesichter des Islam. 3. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-0115-7, Seite 90, DNB 1129985601 (Google Books, abgerufen am 15. Januar 2026).
  7. Angelika Neuwirth: Studien zur Komposition der mekkanischen Suren. 2., durch eine korangeschichtliche Einführung erweiterte Auflage Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019233-9=, Seite 34, DNB 98389664X (Google Books, abgerufen am 19. Januar 2026).
  8. Hartwig Hirschfeld: Beiträge zur Erklärung desḲorân. Otto Schulze, Leipzig 1886, Seite 84, Anmerkung 3 (Google Books, abgerufen am 20. Januar 2026).
  9. Wikipedia-Artikel „Saba (Sure)“ (Stabilversion)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

Anagramme: indischem, Schmiedin