schwarze Witwe
Substantiv, f, Wortverbindung, adjektivische Deklination, Redewendung
| starke Deklination ohne Artikel | ||
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | schwarze Witwe | schwarze Witwen |
| Genitiv | schwarzer Witwe | schwarzer Witwen |
| Dativ | schwarzer Witwe | schwarzen Witwen |
| Akkusativ | schwarze Witwe | schwarze Witwen |
| schwache Deklination mit bestimmtem Artikel | ||
| Singular | Plural | |
| Nominativ | die schwarze Witwe | die schwarzen Witwen |
| Genitiv | der schwarzen Witwe | der schwarzen Witwen |
| Dativ | der schwarzen Witwe | den schwarzen Witwen |
| Akkusativ | die schwarze Witwe | die schwarzen Witwen |
| gemischte Deklination (mit Possessivpronomen, »kein«, …) | ||
| Singular | Plural | |
| Nominativ | eine schwarze Witwe | keine schwarzen Witwen |
| Genitiv | einer schwarzen Witwe | keiner schwarzen Witwen |
| Dativ | einer schwarzen Witwe | keinen schwarzen Witwen |
| Akkusativ | eine schwarze Witwe | keine schwarzen Witwen |
Worttrennung:
- schwar·ze Wit·we, Plural: schwar·ze Wit·wen
Aussprache:
- IPA: [ˌʃvaʁt͡sə ˈvɪtvə]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] umgangssprachlich: (verheiratete) Frau, die einen oder mehrere ihrer (Ehe-)Partner vorsätzlich getötet hat
- [2] umgangssprachlich: weibliche Person, die (zumeist als Witwe oder Angehörige eines bereits getöteten Aufständischen, Rebellen, Terroristen) bereit ist, ihr eigenes Leben bei einem Selbstmordanschlag zu opfern
Herkunft:
- Bei der Wendung in beiden Bedeutungen handelt es sich wohl um Übertragungen zu Schwarze Witwe.[1]
Oberbegriffe:
- [1, 2] Frau
Beispiele:
- [1] „Jede seiner Heldinnen ist eine Hommage an die Femmes fatales, die als schwarze Witwen den Tod ans Ende der Verführung setzen.“[2]
- [1] „Betty Neumar (76) soll ihre fünf Ehemänner ermordet haben. Jetzt sitzt die schwarze Witwe in U-Haft.“[3]
- [1] «Griselda Blanco erlag im Spital ihren Verletzungen. Blanco hatte in ihrem Leben so viele Feinde wie Spitznamen. In Kolumbien galt sie als die ‹Königin des Kokains›, in den USA war sie einfach nur die ‹schwarze Witwe›, weil sie fast alle ihre Lebensgefährten umbrachte.»[4]
- [2] „Meist handele es sich bei den speziell geschulten ‚schwarzen Witwen‘ um Ehefrauen, Schwestern und Cousinen getöteter Rebellen.“[5]
- [2] „Solche Erfahrungen haben viele Tschetscheninnen verbittert gemacht, mehr noch – sie haben in ihnen tiefen Hass geschürt, Hass auf Russland, die Besatzungsmacht, die die Loslösung der Kaukasus-Republik nicht akzeptieren will und die die separatistische Bewegung blutig bekämpft. ‚Daher ist der Kampf der »schwarzen Witwen» in erster Linie auch kein religiöser, sondern ein Kampf um Autonomie und nationale Identität‘, macht Jahn deutlich.“[6]
- [2] „[…]; denn wir leben in einer Zeit, in der man sich auf ganz neue Art mit Bildern des Tötens auseinandersetzen muss: im Internet kursieren abscheuliche Bilder aus dem Irak, die die Ermordung unschuldiger Geiseln durch das Abtrennen des Kopfes belegen. Die Nachrichten zeigen ‚schwarze Witwen‘, die Passanten und Schulkinder aus Rache oder ‚Gottesfurcht‘ mit sich in den Tod reißen.“[7]
- [2] „Am bekanntesten sind die ‚schwarzen Witwen‘ aus Tschetschenien, aber auch al‑Qaida im Irak, die Vorläufer‑Organisation der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), rekrutierte bereits Attentäterinnen – oft waren es Frauen von Kadern, die getötet worden waren.“[8]
- [2] „Am Beginn der Radikalisierung steht ein Bedürfnis: ein politisches Ziel, der Kampf für eine vermeintlich gerechte Sache (etwa gegen Unterdrückung) oder schlicht der Wunsch nach Anerkennung. Eine Weile versuchen die Individuen, ihr Ziel auf sozial akzeptierten Wegen zu erreichen. Dann aber zerstört mitunter ein Erlebnis jede Hoffnung: eine Demütigung, große Entbehrungen oder eine extreme Stresssituation. So wurden manche Palästinenser zu Attentätern, nachdem man ihnen mitgeteilt hatte, dass sie HIV-positiv seien; in Tschetschenien verwandelten sich Mütter nach dem Verlust von Angehörigen in mörderische schwarze Witwen.“[9]
Übersetzungen
[1] Frau, die einen oder mehrere ihrer (Ehe-)Partner vorsätzlich getötet hat
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[2] Selbstmordattentäterin
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Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schwarze Witwe“
Quellen:
- ↑ Nach Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schwarze Witwe“
- ↑ Michael Althen: Eiskalte Engel. In: DIE ZEIT. Nummer 06, 3. Februar 1995, ISSN 0044-2070 (Archiv-URL, abgerufen am 22. Februar 2026).
- ↑ Die schwarze Witwe mit dem Eis-Blick. In: Hamburger Morgenpost. 19. Juni 2008, Seite 54.
- ↑ sda/dpa: Das Ende der Kokain-Königin. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. September 2012, ISSN 0376-6829, Seite 24.
- ↑ Genie des Bösen. In: DER SPIEGEL. Nummer 29, 14. Juli 2003, ISSN 0038-7452, Seite 91.
- ↑ Daniela Heitzmann: Wenn „schwarze Witwen“ aus Rache zu Bomben greifen. In: Mannheimer Morgen. 15. August 2003.
- ↑ Bernardo Strozzis „Salome“ in der Berliner Gemäldegalerie. In: archiv.bundesregierung.de. 5. Dezember 2004 (URL (Archivversion vom 12. Juni 2007)).
- ↑ Paul-Anton Krüger: RÄTSEL DER WOCHE: Welche Rolle spielen Frauen bei Dschihadisten? In: Süddeutsche Zeitung. 21. November 2015, ISSN 0174-4917, Seite 10.
- ↑ Harro Albrecht: Wer wird zum Täter? In: DIE ZEIT. Nummer 01/2017, 30. Dezember 2016, ISSN 0044-2070, Seite 37 (Archiv-URL, abgerufen am 22. Februar 2026).