Ubuntu 14.04 Trusty Tahr
Ubuntu 12.04 Precise Pangolin
Kdenlive ist ein nichtlinearer Videoeditor für KDE. Mit Hilfe von Kdenlive ist es möglich, einfache bis komplizierte Videoschnitte durchzuführen. Es steht vom Funktionsumfang zwischen Anwendungen wie Kino auf der einen und professionellen Tools wie Jashaka bzw Cinelerra auf der anderen Seite. Es lässt sich sehr leicht bedienen und bietet dennoch Funktionen aus dem Profilager. Dieser Artikel erläutert nur einige grundlegende Bedienungsmöglichkeiten und soll nicht einen vollständigen Workflow abbilden, da dies den Rahmen sprengen würde.
Das Programm ist auch zur Erstellung von Stop-Motion-Filmen geeignet.
Kdenlive unterstützt alle Formate, die mittels FFmpeg bzw. ab Ubuntu 14.04 mittels avconv gelesen bzw. geschrieben werden können. Daneben gibt es viele weitere Funktionen, unter anderem:
komplett frei konfigurierbare Oberfläche
Unterstützung von 4:3, 16:9, PAL, NTSC, HD-Formate
Import von DV-Kameras (via FireWire bzw. dvgrab), Webcams, Video4Linux-Geräte, Aufnahme des Desktops
Unterstützung für Jog-Shuttles
Zuerst muss man folgendes Paket installieren [1]:
kdenlive (universe)
mit apturl
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install kdenlive
sudo aptitude install kdenlive
Es werden noch zusätzliche Pakete installiert, wie zum Beispiel FFmpeg und die KDE-Bibliotheken. Letztere ermöglichen, dass Kdenlive nicht nur auf dem KDE Desktop, sondern auch unter anderen graphischen Oberflächen wie etwa GNOME oder Xfce ausgeführt werden kann.
Nach der Installation kann man kdenlive
starten[3]
Im Software-Center von Ubuntu werden zusätzliche Pakete zur Mitinstallation angeboten:
dvdauthor - zum Erstellen von DVD-Videos
dvgrab - um Videodateien über IEEE1394 oder USB zu importieren, siehe dvgrab
frei0r-plugins - Erweiterungs-APT für Videoeffekte
recordmydesktop
swh-plugins - LADSPA-Plugins von Steve Harris
Um Videos von einer DV-Kamera zu importieren bzw. exportieren, benötigt man folgende Pakete:
dvgrab (universe)
mit apturl
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install dvgrab
sudo aptitude install dvgrab
Zum Herausrechnen der Videos benötigt man:
libavformat-dev (universe)
libavcodec-dev (universe)
mit apturl
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install libavformat-dev libavcodec-dev
sudo aptitude install libavformat-dev libavcodec-dev
Um Videos in weiteren Formaten exportieren zu können, werden folgende Pakete benötigt:
libmp3lame-dev (multiverse)
libfaac-dev (multiverse)
libfaad-dev (multiverse)
libxvidcore4 (multiverse)
libx264-123 (multiverse, Ubuntu 12.04)
libx264-142 (multiverse, ab Ubuntu 14.04)
mit apturl
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install libmp3lame-dev libfaac-dev libfaad-dev libxvidcore4 libx264-123 libx264-142
sudo aptitude install libmp3lame-dev libfaac-dev libfaad-dev libxvidcore4 libx264-123 libx264-142
Beim ersten Programmstart zeigt der Konfigurationsassistent unter Ubuntu 12.04 an, welche Module installiert sind, welche Formate unterstützt werden und welche Pakete eventuell noch nachinstalliert werden sollten.
Durch die flexible Oberfläche von Kdenlive kann es vorkommen, das nicht alle Fenster zu sehen sind. Über den Menüpunkt "Ansicht" können die entsprechenden Dockfenster angezeigt werden. Diese können dann entweder als eigenständige Fenster agieren, oder aber im Programmfenster per Drag'n'Drop an anderen Dockfenstern angedockt werden.
Um Video, Musik und Bilder in Kdenlive zu importieren gibt es mehrere Möglichkeiten. Über den Menüpunkt "Projekt" kann der gewünschte Inhalt gewählt werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Daten mit Hilfe von Drag'n'Drop in den Projektinhalt zu ziehen. Alternativ kann der Inhalt über das Symbol "Datei hinzufügen" ausgewählt werden.
Wenn sich nun die Dateien im Projektinhalt befinden, klickt man auf den gewünschten Clip und kann sich diesen dann im Clipmonitor anschauen. Mit Hilfe der Tasten I und O kann man den In- und Outpoint setzen, welche den Anfang und das Ende des Clips bestimmen. Danach zieht man den Clip vom Clip-Fenster in die Zeitleiste, welche sich im Standardlayout unten befindet. Man kann nachträglich noch den Anfang und Ende des Clips bestimmen. Außerdem ist es möglich, Clips zu teilen, in dem man entweder das Teile-Clip-Werkzeug verwendet, oder den Clip markiert und dann via "Rechtsklick -> Schneide Clip" die Bearbeitung vornimmt.
Um einen Übergang zwischen zwei Videos zu erzeugen, lässt man diese in der Zeitleiste überlappen. Nun wählt man das gewünschte Video aus, auf das der Übergang angewendet werden soll. Durch einen Rechtsklick () erscheint das Kontextmenü. Dort kann über "Übergang hinzufügen" der gewünschte Effekte gewählt werden. Möchte man im nach hinein diesen Effekt oder seine Parameter ändern, so ist dies über das Fenster "Übergang" möglich.
Möchte man Effekte auf die Clips legen, so markiert man den gewünschten Clip und nach einem Rechtsklick "Video-Effekt hinzufügen". Alternativ kann darüber auch ein Audio-Effekt hinzugefügt werden, wenn man zum Beispiel den Ton langsam ausblenden möchte. Man kann nachträglich Effekt auch noch ändern oder entfernen. Zum Entfernen klickt man rechts auf den gewünschten Clip und sagt "Effekt löschen -> gewünschter Effekt".
Eine weitere Möglichkeit ist es, den entsprechenden Clip auszuwählen und dann über das Fenster "Effektliste" den Effekt hinzuzufügen. Alle verwendeten Effekte sind im "Effektmagazin" zu sehen und können darüber auch verändert werden.
Ist man mit seinem Werk zufrieden, kann das Video exportiert werden. Über das Menü "Projekt -> Rendern" kann das entsprechende Menü aufgerufen werden. Nun kann der gewünschte Codec - sofern installiert - gewählt werden, in dem das Video exportiert werden soll. Außerdem können dort weitere Parameter wie Bildgröße etc. festgelegt werden. Unter "Ziel" ist standardmäßig Dateirenderung angegeben. Dies kann dazu genutzt werden, um eine normale Datei zu erzeugen. Weitere Vorlagen wie z.B. die Exportmöglichkeiten für Webseiten sind ebenfalls hier hinterlegt. Unter dem Punkt "Ausgabedatei" muss nun noch ein passender Dateiname vergeben werden. Durch einen Klick auf "Starte Rendering" startet man den Vorgang. Falls man nur einen Bereich des Videos nur exportieren will, so setzt man entsprechend Inpoint und Outpoint in der Zeitleiste und wählt im Renderfenster den Punkt "Nur markiertes Teilstück" aus.
In diesem Menüpunkt ist es auch möglich, eigene Videoformate zu erstellen. Dafür ist es aber nötig, die genauen Optionen von FFmpeg zu kennen.
Tastenkürzel | Funktion |
Strg + ⏎ | Projekt rendern |
⇧ + R | Clip schneiden |
Wiedergabe | |
Strg + | Bereich abspielen |
Alt + | Bereich wiederholen (Schleife) |
J | schneller Rücklauf |
← | ein Bild zurück |
⇧ + ← | 1 Sekunde zurück |
⇧ + → | 1 Sekunde vorwärts |
→ | ein Bild vorwärts |
L | schneller Vorlauf |
I | setze Eingangspunkt |
O | setze Ausgangspunkt |
Kdenlive ist ein auf Qt4 basierendes Programm. Dadurch ist es möglich, die einzelnen Unteranwendungen frei im Programm zu platzieren. Jedes von ihnen hat eine Art Fensterdekoration. Durch ziehen und verschieben können diese an eine andere Stelle innerhalb der Anwendung abgelegt werden. Werden mehrere Objekte am selben Ort abgelegt, so werden Reiter hinzugefügt.
Wird das Programm unter einer anderen Oberfläche als KDE nachinstalliert, fehlen vermutlich einige Sprachpakete.
language-pack-kde-de
kde-l10n-de
mit apturl
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install language-pack-kde-de kde-l10n-de
sudo aptitude install language-pack-kde-de kde-l10n-de
Es ist möglich, dass Kdenlive unter GNOME nach der Installation nicht im Startmenü erscheint. Das liegt meistens daran, dass die entsprechende .desktop-Datei, die für den Menüeintrag zuständig ist, nicht im richtigen Verzeichnis angelegt wurde. Um dies zu ändern, öffnet man ein Terminalfenster [2] und gibt die folgende Zeile ein:
sudo ln -s /usr/share/applnk/Multimedia/kdenlive.desktop /usr/share/applications/kdenlive.desktop
Der Export des geschnittenen Videomaterials im H264 Codec im Render-Dialog wird quittiert mit "Nicht unterstützter Codec x264", obwohl der Codec installiert ist. Dies kann behoben werden mit einer modifizierten libavcodec-extra-53, die die originale libavcodec-53 ersetzt. Dazu muss das Paket
libavcodec-extra-53 (universe)
mit apturl
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install libavcodec-extra-53
sudo aptitude install libavcodec-extra-53
installiert werden.
Danach muss in KDEnlive der Konfigurationsassistent nochmal laufen gelassen werden unter dem Menü "Einstellungen -> Starte Konfigurationsassistent" (bzw. auf Englisch "Settings -> Run Config Wizard"). Dann sollte der Codec H.264 zum Rendern zur Verfügung stehen.
Bleibt Kdenlive bei der Videowiedergabe nach ein paar Sekunden hängen, sollte man das Paket libsdl1.2debian-pulseaudio installieren (sofern das System PulseAudio zur Wiedergabe benutzt).
Seit der Einführung von dvdauthor-0.7 kann es vorkommen, dass der DVD-Assistent von Kdenlive im vorletzten Schritt "Erstelle DVD-Struktur" mit dem nachfolgenden Fehler abbricht:
STAT: fixed 7782 VOBUs INFO: dvdauthor creating table of contents INFO: Scanning /tmp/DVD/VIDEO_TS/VTS_01_0.IFO ERR: no video format specified for VMGM
Abhilfe ist wie unter http://kdenlive.org/forum/dvdauthor-07-incompatibility beschrieben durch Ausführen des nachfolgenden Befehls möglich:
echo PAL > ~/.config/video_format
Dieser Befehl legt PAL als Standardformat fest. Alternativ kann je nach Region auch "NTSC" festgelegt werden. Ein Neustart von kdenlive ist nicht erforderlich, das Ausführen des Befehls reicht aus und der DVD-Assistent sollte erfolgreich ausgeführt werden.
Benutzerhandbuch auf wikibooks.org (veraltet)
Kdenlive – Der freie Videoeditor für Linux, Mac OS X und FreeBSD - Artikel Pro-Linux, 07/2012
Videobearbeitung Übersichtsartikel
Diese Revision wurde am 24. Juni 2016 13:05 von Jadeluchs erstellt.