Âu Việt
Die westlichen Ou (chinesisch 西甌 / 西瓯, Pinyin Xī Ōu; vietn. Tây Âu) waren eine Volksgruppe oder Stammesföderation, die zur Zeit der Qin- und frühen Han-Dynastie im Gebiet der heutigen chinesischen Provinz Guangxi und dem angrenzenden Bergland des nördlichen Vietnams siedelte. Von den kaiserlichen chinesischen Chronisten wurden die westlichen Ou als eine Untergruppe der „Hundert-Yue-Stämme“ angesehen und daher auch als Ou-Yue (chinesisch 甌越 / 瓯越, Pinyin Ōuyuè; vietn. Âu Việt) bezeichnet. Ebenfalls wurden sie zu den nicht-sinisierten „südlichen Barbaren“ (Nanman) gezählt.
Der Zusatz „westlich“ (chin. Xī, vietn. Tây) dient zur Unterscheidung von den östlichen Ou-Yue, dem Königreich Dong’ou in der heutigen Provinz Zhejiang. Abgesehen vom Namen (Ou hatte möglicherweise die Bedeutung „Grenzland“) und der gemeinsamen Fremdkategorisierung als Yue bestand zwischen Ost- und West-Ou vermutlich keine nähere Beziehung.
- ↑ Keith Weller Taylor: The Birth of Vietnam. University of California Press, Berkeley 1983, S. 12–13;
Erica Fox Brindley: Ancient China and the Yue: Perceptions and Identities on the Southern Frontier, c. 400 BCE–50 CE. Cambridge University Press, Cambridge 2015, S. 29–35.