Österreichische Volkspartei

Österreichische Volkspartei
Bundesparteiobmann Christian Stocker
Obmann-Stellvertreter Karoline Edtstadler
Sophia Kircher
Veronika Marte
Thomas Stelzer
Generalsekretär Nico Marchetti
Klubobmann August Wöginger
Gründung 17. April 1945
Gründungsort Wien
Hauptsitz Lichtenfelsgasse 7
1010 Wien
Nationalratsmandate
51/183
Bundesratsmandate
22/60
Sitze in Landtagen
124/440
Staatliche Zuschüsse 89,2 Millionen Euro (2024)
Mitgliederzahl 600.000 (Summe der Teilorganisationen (2017))
Parteigliederung 9 Landesgruppen
2359 Stadt-/Gemeindegruppen
Mindestalter 15 Jahre
Ausrichtung Christdemokratie
Konservatismus
Wirtschaftsliberalismus
Neokonservativismus
Pro-Europäismus
Föderalismus
Ökosoziale Marktwirtschaft
Internationale Verbindungen Internationale Demokratische Union (IDU)
Sitze im Europäischen Parlament
5/20
Europapartei Europäische Volkspartei (EVP)
EP-Fraktion Fraktion der Europäischen Volkspartei
Farbe Türkis (vereinzelt und historisch Schwarz)
Website www.dievolkspartei.at

Die Österreichische Volkspartei (amtliche Bezeichnung, kurz ÖVP; in der Außendarstellung von 2017 bis 2022 auch Die neue Volkspartei, danach Die Volkspartei) ist eine der traditionellen Großparteien Österreichs.

Die Partei deckt das bürgerliche, konservative Spektrum ab und gilt traditionell als der Wirtschaft, den Bauern und der römisch-katholischen Kirche nahestehend.

Eine liberale Grundwurzel und das Bekenntnis zur christlichen Soziallehre bilden zudem Eckpfeiler im Parteiprogramm. Weiters positioniert sie sich als politische Mitte.

Die ÖVP ist in neun Landesorganisationen sowie sechs Teilorganisationen gegliedert.

Die sechs „Bünde“ der Partei, die Junge ÖVP (JVP), Österreichischer Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (ÖAAB), Österreichischer Bauernbund (BB), Österreichischer Seniorenbund (ÖSB), Österreichischer Wirtschaftsbund (WB) und ÖVP Frauen sind weitestgehend autonom zur Partei und ersetzen die Rolle von klassischen parteipolitischen Flügeln.

Durch teils widersprüchliche Interessen der jeweiligen Gruppen herrscht nicht immer Meinungskonsens in der Partei, führt aber zeitgleich gewissermaßen zu einer Catch-all-Dynamik der Partei.

Eine Mitgliedschaft wird eher ausnahmsweise durch einen direkten Beitritt zur ÖVP erworben, hauptsächlich aber durch Beitritt zu einer der Teilorganisationen, an die jeweils unterschiedlich hohe Gebühren entrichtet werden, und nicht direkt an die Partei. Die Beiträge werden laut Statut zwischen Partei und Teilorganisation aufgeteilt.

Die ÖVP stellte seit 1945 in 15 von 32 Bundesregierungen den Bundeskanzler, von 1945 bis 1970, von 2000 bis 2007 sowie seit 2017 (mit kurzer Unterbrechung durch Expertenregierung Bierlein). ÖVP-Bundeskanzler sind beziehungsweise waren: Leopold Figl, Julius Raab, Alfons Gorbach, Josef Klaus, Wolfgang Schüssel, Sebastian Kurz, Hartwig Löger, Alexander Schallenberg, Karl Nehammer und der aktuelle Amtsinhaber Christian Stocker.

Fünf der insgesamt neun Landeshauptleute Österreichs (in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) stellt die ÖVP; zudem ist sie Teil der Landesregierungen von der Steiermark und Kärnten. Seit der Bundesregierung Vranitzky II (1987) war die ÖVP bis zur Enthebung der Bundesregierung Kurz I im Jahr 2019 ohne Unterbrechung in der Bundesregierung vertreten. Die Volkspartei stellte mit Franz Fischler, Benita Ferrero-Waldner, Johannes Hahn und Magnus Brunner alle bisherigen österreichischen EU-Kommissare. Mit Kurt Waldheim und Thomas Klestil wurden zwei ihrer Kandidaten zum Bundespräsidenten gewählt und amtierten insgesamt 18 Jahre.

  1. ÖVP kürte Stocker zum Parteichef, 29. März 2025, abgerufen am 29. März 2025
  2. Parteienförderung stieg auf über Viertelmilliarde Euro. In: derstandard.at. 29. Dezember 2024, abgerufen am 26. Mai 2025.
  3. 1 2 Martin Steinmüller-Schwarz: Der Wert der zahlenden Basis – Zwischen Nutzen und Idealen. In: orf.at. 17. Juli 2017, abgerufen am 15. Mai 2022.
  4. Conrad Seidl: Die ÖVP entdeckt die ökosoziale Marktwirtschaft neu. In: derstandard.at. 8. Oktober 2019, abgerufen am 13. Oktober 2023.
  5. Von Schwarz-Blau zu Türkis-Blau: Parteien und ihre Farben. In: kurier.at. 24. Oktober 2017, abgerufen am 3. Januar 2020.
  6. 1 2 Eintrag zu Österreichische Volkspartei, ÖVP im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
  7. Die Teilorganisation der ÖVP gemäß § 5 Abs. 1 lit. a) bis f) des Bundespartei-Organisationsstatuts der Österreichischen Volkspartei. (PDF; 881 kB) Fassung vom 1. Juli 2017. Abgerufen am 15. Mai 2022.