(5) Astraea
| Asteroid (5) Astraea | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (5) Astraea | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,577 AE |
| Exzentrizität | 0,188 |
| Perihel – Aphel | 2,094 AE – 3,060 AE |
| Neigung der Bahnebene | 5,359° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 141,4° |
| Argument der Periapsis | 359,3° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 8. Mai 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 50 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,39 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 106,7 km ± 3,1 km |
| Albedo | 0,27 |
| Rotationsperiode | 16 h 48 min |
| Absolute Helligkeit | 7,0 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Karl Ludwig Hencke |
| Datum der Entdeckung | 8. Dezember 1845 |
| Andere Bezeichnung | 1845 XA, 1969 SE |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(5) Astraea ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der vom deutschen Amateurastronomen Karl Ludwig Hencke in Driesen entdeckt wurde. Er hatte bereits seit 1830 mit einem kleinen Teleskop auf dem Dach seines Hauses nach bisher unbekannten Himmelsobjekten gesucht. Dazu kartierte er fünfzehn Jahre lang, allein und ohne finanzielle Unterstützung, die Positionen der Sterne. Am 8. Dezember 1845 beobachtete er (4) Vesta und fand in ihrer Nähe ein Objekt, das er nie zuvor dort gesehen hatte und das nicht in Sternkarten verzeichnet war. Es war seine erste von insgesamt zwei Asteroidenentdeckungen. Christian VIII., König von Dänemark, verlieh Hencke für seine Entdeckung die goldene Medaille mit der Inschrift INGENIO ET ARTI und der König von Preußen Friedrich Wilhelm IV. belohnte Hencke dafür mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse, der großen goldenen Medaille und einer jährlichen Zulage von 300 Talern zu seiner Pension.
Nachdem in den Jahren 1801 bis 1807 die ersten vier Asteroiden (1) Ceres, (2) Pallas, (3) Juno und (4) Vesta entdeckt worden waren, hatte es immerhin 38 Jahre gedauert bis zur Entdeckung des fünften. Es war auch die letzte Entdeckung eines Asteroiden, die vor der Entdeckung des Planeten Neptun stattfand. Da damals die Asteroiden noch als vollwertige Planeten gezählt wurden, wurde der im folgenden Jahr entdeckte Neptun als dreizehnter Planet gezählt. Mit der Entdeckung von (6) Hebe im Jahre 1847 begann allerdings eine wahre Flut von Neuentdeckungen von Asteroiden. Daher wurde auf Vorschlag von Alexander von Humboldt im Jahre 1851 die Zahl der (großen) Planeten auf acht begrenzt und der neue Begriff der Asteroiden (auch Planetoiden oder Kleinplaneten) eingeführt.
Der Asteroid wurde benannt nach der griechischen und römischen Göttin Astraea. Sie war die Göttin der Gerechtigkeit, Tochter von Zeus und Themis. Astraea lebte während des Goldenen Zeitalters auf der Erde, aber die Bosheit und Gottlosigkeit der Menschheit während des Bronzenen und Eisernen Zeitalters trieb sie in den Himmel, wo sie unter dem Namen Virgo in die Sternbilder des Tierkreises aufgenommen wurde. Die Benennung erfolgte durch den deutschen Astronomen Johann Franz Encke, der Henckes Entdeckung bereits sechs Tage danach hatte bestätigen können. Die früher für den Asteroiden verwendeten Symbole oder stellen eine Waage dar.
- ↑ H. C. Schumacher: Gnadenbezeugung. In: Astronomische Nachrichten. Band 24, Nr. 555, 1846, Sp. 33–34 (online).
- ↑ H. C. Schumacher: Vermischte Nachrichten. In: Astronomische Nachrichten. Band 24, Nr. 557, 1846, Sp. 79–80 (online). Anmerkung: Der Betrag von 300 Talern entspricht einer Kaufkraft von ca. 10.800 € im Jahr 2025 (Quelle: Deutsche Bundesbank: Kaufkraftäquivalente historischer Beträge in deutschen Währungen. Stand: Januar 2026).
- ↑ A new Planet. In: The American Journal of Science and Arts. 2. Serie, Band 1, Nr. 2, 1846, S. 293 (online).