Aktion T4
Aktion T4 ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für den systematischen Massenmord mittels Giftgas an mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen innerhalb des Deutschen Reiches. Die Mordaktion dauerte von 1940 bis 1941 und stand unter Leitung der Zentraldienststelle T4, sie war Teil der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus, denen bis 1945 über 200.000 Menschen zum Opfer fielen.
„T4“ ist die Abkürzung für die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4 in Berlin: Tiergartenstraße 4. Zu Beginn der Aktion befand sich die Dienststelle im Columbushaus.
Neben rassenhygienischen Vorstellungen der Eugenik sind kriegswirtschaftliche Erwägungen während des Zweiten Weltkrieges zur Begründung der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ herangezogen worden. Gleichzeitig mit ersten kirchlichen Protesten wurden die Tötungen nach „Leerung“ ganzer Anstaltsteile von „Heil- und Pflegeanstalten“ (vor 1934 gewöhnliche Bezeichnung: „Irrenanstalt“) ab 1941 dezentral fortgesetzt. Von T4-Gutachtern selektierte KZ-Häftlinge wurden unter dem Aktenzeichen „14f13“ in die Vernichtung einbezogen.
Die zwischen 1939 und 1945 organisierte Tötung von mindestens 5000 geistig und körperlich behinderten Säuglingen und Kleinkindern („Kindereuthanasie“) erfolgte in sog. Kinderfachabteilungen.
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- ↑ Fallbeispiel mit Einzelnachweisen belegt: Landesirrenanstalt Domjüch → Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)