Alpine Höhenstufe

Alpine Höhenstufe (von lateinisch alpis = (meist) „hochgelegenes Weidegebiet“, pl. alpes zu alpinus = im Sinne von „zu den hochgelegenen Weidegebieten gehörig“) – auch Alpinstufe oder Alpines Klima (engl. alpine zone), in Südamerika andine Höhenstufe, in Ostafrika teilweise afroalpine Höhenstufe und allgemein vereinzelt alpine Vegetationsstufe ist die orographische Bezeichnung für die Vegetations-Höhenstufe der Hochgebirge (und vereinzelter Mittelgebirgsgipfel) zwischen der montanen oder (falls vorhanden) subalpinen Stufe und der nivalen beziehungsweise subnivalen Stufe – anders ausgedrückt: zwischen der oberen Baumgrenze und der von Eis und Schnee geprägten Obergrenze der zusammenhängenden Pflanzendecke. Ist kein subnivaler Übergangsbereich vorhanden, ist die Obergrenze klar durch die klimatische Schneegrenze definiert.

Da in den Polargebieten bereits in der Ebene keine Bäume mehr wachsen können, wird die alpine Region hier teilweise als arktisch/antarktische Höhenstufe bezeichnet, die den gesamten Raum von der planaren Tieflandtundra bis zur hochalpinen Bergtundra umfasst.

Die Alpinstufe ist weltweit von baumfreiem, überwiegend niedrigem Bewuchs aus Gräsern, Zwergsträuchern und/oder Polsterpflanzen bewachsen, die in verschiedener Weise an die rauen Bedingungen des Hochgebirgsklimas angepasst sind. Nach einer Untersuchung von Christian Körner und anderen sind 2,24 % der Landoberfläche (ohne Antarktika) der alpinen Höhenstufe zuzurechnen; das sind rund 18 % aller Gebirgsregionen.

Sie ist im Allgemeinen von schroffen Geländeformen und etlichen Erhebungen geprägt, sodass die Standortbedingungen für die Pflanzenwelt (bis auf die Polargebiete) immer extrazonal sind. Da die gering durchwurzelten Böden in solchen Höhenlagen bereits deutlich durch Frost mit einem permanenten Wechsel von Frieren und Auftauen und dementsprechendem Bodenfließen in den Hangbereichen geprägt sind, ist die alpine Region Teil der geomorphologischen Solifluktionsstufe.

Selten wird eine Untergliederung in oberalpin und unteralpin vorgenommen.

  1. Bergnamen auf uni-klu.ac.at, abgerufen am 17. August 2020.
  2. Michael Richter (Autor), Wolf Dieter Blümel et al. (Hrsg.): Vegetationszonen der Erde. 1. Auflage, Klett-Perthes, Gotha und Stuttgart 2001, ISBN 3-623-00859-1. S. 295–299, 301, 304, 309–310.
  3. Christian Körner, Jens Paulsen und Eva M. Spehn: A definition of mountains and their bioclimatic belts for global comparisons of biodiversity data, in Alpine Botany 121, DOI:10.1007/s00035-011-0094-4, Table 2: The global area of bioclimatic mountain belts for rugged terrain, abgerufen am 2. Januar 2021
  4. Andreas Heitkamp: Mehr als nur die Höhe, Der Versuch einer Typologie, Kapitel im Dossier Gebirgsbildung auf scinexx.de, 26. November 2004, abgerufen am 17. Juni 2020.
  5. Conradin Burga, Frank Klötzli und Georg Grabherr (Hrsg.): Gebirge der Erde – Landschaft, Klima, Pflanzenwelt. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-4165-5. S. 32–33, 37, 46–54, 99, 104–114, 124–134, 158–162, 172–179, 184–185, 193, 200–209, 242, 255, 332, 372, 377–378, 385, 401–416.