Antiziganismus

Antiziganismus (von französisch tsigane Zigeuner) ist eine spezielle Form des Rassismus, der sich gegen Sinti und Roma wendet.

Er umfasst die von Stereotypen, Abneigung oder Feindschaft geprägte Einstellung gegenüber Roma, Sinti, Fahrenden, Jenischen und anderen Personen und Gruppen, die von der Mehrheitsgesellschaft als „Zigeuner“ stigmatisiert werden, sowie die durch diese Einstellungen bedingten Formen gesellschaftlicher und staatlicher Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung, Vertreibung, Pogromen, Internierung, Zwangssterilisierung bis hin zu dem staatlich organisierten Völkermord an den Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Begriff ist in Analogie zu „Antisemitismus“ gebildet. Die in dem Begriff enthaltene rassistische Sammelbezeichnung wird durch den alternativen Begriff Gadjé-Rassismus vermieden, der insbesondere von Roma selbst verwendet wird. Gadjé bezeichnet im Romanes alle Personen, die keine Roma sind.

  1. Romani Rose zum Begriff „Antiziganismus“. In: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. 5. März 2021, abgerufen am 20. Juni 2021.
  2. Marie Frühauf, Kathrin Schulze: Widersprüche gesellschaftlicher Integration. Zur Transformation Sozialer Arbeit. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-13769-4, S. 82 Anm. 5.
  3. Gadjé-Rassismus im Glossar des Dachverbands Migrationsrat, 2. Oktober 2020, abgerufen am 18. Juni 2021.
  4. Amadeu Antonio Stiftung, Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus (Hrsg.): Rassismus gegen Sinti und Roma. Berlin 4. Dezember 2018 (2 S., amadeu-antonio-stiftung.de [PDF; 243 kB; abgerufen am 20. Juni 2021] Flyer).