Ballastexistenzen

Ballastexistenzen war ein Propagandaterminus, der 1920 vom Freiburger Arzt und Euthanasie-Befürworter Alfred Hoche eingeführt wurde. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise und zunehmender Kosten-Nutzen-Erwägungen begleitete er die rhetorisch-theoretische Gnadentod-Diskussion (vgl. Euthanasie) in der Zeit der Weimarer Republik, während in der Zeit des Nationalsozialismus deren praktische Anwendung durch Zwangssterilisation, Zwangsabtreibung und Krankenmord erfolgte.

  1. Ralf Forsbach: Gesundheitsideal des Nationalsozialismus. In: H. W. Grönemeyer u. a. (Hrsg.): Gesundheit im Spiegel der Disziplinen, Epochen, Kulturen. de Gruyter, 2008, ISBN 978-3-484-85001-9, S. 131 ff.
  2. Ernst Klee: ‚Euthanasie‘ im Dritten Reich. vollst. überarb. Neuausgabe. Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-596-18674-7, S. 26.