Bistum Tiberias
Koordinaten: 32° 48′ N, 35° 32′ O
Das Bistum Tiberias, weniger gebräuchlich auch Bistum Tabaria (lat.: Tiberiadensis oder Tabariensis) war ein frühchristlich-byzantinischer Bischofssitz in der Stadt Tiberias am See Genezareth (heutiges Israel). Er bestand wahrscheinlich nach der arabischen Eroberung im siebten Jahrhundert fort. Tiberias wurde 1099 von den Kreuzfahrern erobert, die aber zunächst keine neue lateinische Diözesanordnung schufen. Stattdessen erhielt der Abt des Klosters S. Salvator auf dem Berg Tabor erzbischöfliche Befugnisse in Galiläa. Erst 1109 wurde das Bistum Nazareth begründet, das schon 1129 zum Erzbistum erhoben wurde. 1144 wird erstmals ein Bischof von Tiberias erwähnt. 1187 nach der Schlacht von Hattin musste der Bischof fliehen. Er hatte nach 1191 seinen Sitz in Akkon genommen. Im 13. Jahrhundert wurde Galiläa mehrmals für wenige Jahre durch die Kreuzfahrer zurückerobert. Ob der Bischof in diesen Zeiten nach Tiberias zurückkehrte, ist aber nicht bekannt. Das Bistum ging mit der muslimischen Eroberung Galiläas Ende des 13. Jahrhunderts endgültig unter. Der Titel eines Bischofs von Tiberias wurde aber weiterhin vergeben. In dieser Tradition steht das Titularbistum Tiberias der römisch-katholischen Kirche.