Computational Intelligence
In der Informatik bezieht sich Computational Intelligence (CI) auf Konzepte, Paradigmen, Algorithmen und Implementierungen von Systemen, die darauf ausgelegt sind, in komplexen und sich verändernden Umgebungen „intelligentes“ menschliches Verhalten nachzuahmen. Diese Systeme zielen darauf ab, komplexe Aufgaben in einer Vielzahl von technischen oder kommerziellen Bereichen zu bewältigen und bieten Lösungen, die unter anderem Muster erkennen und interpretieren, Prozesse steuern, Entscheidungsfindungen unterstützen oder Fahrzeuge oder Roboter in unbekannten Umgebungen autonom manövrieren. Die Konzepte und Paradigmen zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, zu lernen oder sich an neue Situationen anzupassen, zu verallgemeinern, zu abstrahieren, zu entdecken und zu assoziieren. Naturanaloge oder von der Natur inspirierte Methoden spielen dabei eine Schlüsselrolle.
CI-Ansätze befassen sich in erster Linie mit komplexen Problemen der realen Welt, für die mathematische oder traditionelle Modellierung aus verschiedenen Gründen nicht geeignet ist: Die Prozesse lassen sich mit vollständigem Wissen nicht genau beschreiben, sie sind für mathematische Herangehensweisen zu komplex, sie beinhalten gewisse Unsicherheiten während des Prozesses, wie beispielsweise unvorhergesehene Veränderungen in der Umgebung oder im Prozess selbst, oder die Prozesse sind einfach stochastischer Natur. Daher sind CI-Techniken in der Regel auf Prozesse ausgerichtet, die unzureichend definiert, komplex, nichtlinear, zeitabhängig und/oder stochastisch sind.
Eine Definition der IEEE Computational Intelligence Society von 2025 beschreibt CI als die Theorie, das Design, die Anwendung und die Entwicklung von biologisch und linguistisch motivierten Berechnungsparadigmen. Traditionell sind die drei Hauptsäulen der CI neuronale Netze, Fuzzy-Systeme und evolutionäre Algorithmen (Evolutionary Computation). ... CI ist ein sich weiterentwickelndes Gebiet und umfasst derzeit neben den drei Hauptkomponenten auch Berechnungsparadigmen wie ambient intelligence, künstliches Leben, cultural learning, artificila endokrine networks, social reasoning und artificial hormone networks. ... In den letzten Jahren gab es eine explosionsartige Zunahme der Forschung im Bereich Deep Learning, insbesondere im Bereich der deep convolutional neural networks. Heutzutage ist Deep Learning zur Kernmethode der künstlichen Intelligenz geworden. Tatsächlich basieren einige der erfolgreichsten KI-Systeme auf CI. (Übersetzt mit DeepL.com)
Die allgemeinen Anforderungen für die Entwicklung eines „intelligenten Systems“ sind letztlich immer dieselben, nämlich die Simulation und Nachahmung intelligenten menschlichen Denkens und Handelns in einem bestimmten Anwendungsbereich. Dazu muss das Wissen über diesen Bereich in einem Modell dargestellt werden, damit es verarbeitet werden kann. Die Qualität des resultierenden Systems hängt weitgehend davon ab, wie gut das Modell nach der Entwicklungs- oder Lernphase die relevanten Aspekte der Realität abbildet. Manchmal eignen sich datengesteuerte Methoden, um ein gutes Modell zu finden, und manchmal liefern logikbasierte Wissensrepräsentationen bessere Ergebnisse. In realen Anwendungen kommen in der Regel hybride Modelle zum Einsatz.
Da es sich bei CI um ein aufstrebendes und sich entwickelndes Gebiet handelt, gibt es keine endgültige Definition von CI, insbesondere hinsichtlich der Liste der dazugehörigen Konzepte und Paradigmen. Ausgehend von aktuellen Lehrbüchern können die folgenden Methoden und Paradigmen, die sich weitgehend ergänzen, als Bestandteile von CI betrachtet werden:
- Fuzzy Systeme
- Neuronale Netze und insbesondere convolutional neural networks
- Evolutionary Computation: evolutionäre Algorithmen und insbesondere evolutionäre Mehrzieloptimierung
- Schwarmintelligenz
- Bayessche Netze (Bayesian networks)
- Künstliche Immunsysteme
- Probabilistische Methoden
- Maschinelles Lernen
- Rudolf Kruse, Sanaz Mostaghim, Christian Borgelt, Christian Braune, Matthias Steinbrecher: Computational Intelligence: A Methodological Introduction (= Texts in Computer Science). 3. Auflage. Springer International Publishing, Cham 2022, ISBN 978-3-03042226-4, doi:10.1007/978-3-030-42227-1 (computational-intelligence.eu [abgerufen am 6. Januar 2026]).
- Andries P. Engelbrecht: Computational Intelligence: An Introduction. 2nd ed Auflage. John Wiley & Sons, Chichester, England ; Hoboken, NJ 2007, ISBN 978-0-470-03561-0.
- Nazmul Siddique, Hojjat Adeli: Computational Intelligence: Synergies of Fuzzy Logic, Neural Networks, and Evolutionary Computing. J. Wiley & Sons, Chichester, U.K 2013, ISBN 978-1-118-53481-6.
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- Russell Eberhart, Yuhui Shi: Computational Intelligence. Elsevier / Morgan Kaufmann, Amsterdam, Boston 2007, ISBN 978-1-55860-759-0, doi:10.1016/B978-1-55860-759-0.X5000-8.
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