Cystein

Strukturformel
Struktur von L-Cystein, dem natürlich vorkommenden Enantiomer
Allgemeines
Name Cystein
Andere Namen
Summenformel C3H7NO2S
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff mit charakteristischem Geruch 

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-158-2
ECHA-InfoCard 100.000.145
PubChem 5862
ChemSpider 5653
DrugBank DB00151
Wikidata Q186474
Eigenschaften
Molare Masse 121,16 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

220–228 °C 

pKS-Wert
  • pKS, COOH = 1,91 (25 °C)
  • pKS, SH = 8,14 (25 °C)
  • pKS, NH3+ = 10,28 (25 °C)
Löslichkeit
  • gut in Wasser (280 g·l−1 bei 20 °C)
  • gut in Alkohol, Essigsäure, nicht in Ether und Benzol
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

1890 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Cystein (ausgesprochen: Cyste-ín), abgekürzt Cys oder C, ist eine α-Aminosäure mit der Seitenkette –CH2–SH, die Schwefel enthält. Nur die natürlich vorkommende enantiomere Form L-Cystein [Synonym: (R)-Cystein] ist eine proteinogene Aminosäure; sie kann beim Erwachsenen in der Leber aus der ebenfalls schwefelhaltigen Aminosäure L-Methionin gebildet werden.

Durch Oxidation der Sulfhydrylgruppen können zwei Cysteinreste miteinander eine Disulfidbrücke bilden, womit Cystin entsteht. Solche Disulfidbrücken stabilisieren in zahlreichen Proteinen deren Tertiär- und Quartärstruktur und sind für Bildung und Erhalt funktionstragender Konformationen von Bedeutung.

  1. Eintrag zu E 920: L-cysteine in der Europäischen Datenbank für Lebensmittelzusatzstoffe, abgerufen am 11. August 2020.
  2. Eintrag zu CYSTEINE in der CosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 11. August 2020.
  3. 1 2 3 4 Datenblatt (R)-(+)-Cystein bei Merck, abgerufen am 23. März 2011.
  4. 1 2 3 David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Properties of Amino Acids, S. 7-1.
  5. Eintrag zu L-Cystein. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 21. Juli 2011.
  6. 1 2 Eintrag zu Cystein in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 18. November 2022. (JavaScript erforderlich)