Das tapfere Schneiderlein

Das tapfere Schneiderlein ist ein Märchen (ATU 1640, 1051, 1052, 1060, 1062, 1115). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 20 (KHM 20). In der 1. Auflage lautete der Titel Von einem tapfern Schneider. Das Schwankmärchen basiert auf Von einem könig, schneyder, rysen, einhorn und wilden schwein in Martin MontanusWegkürzer (1557–1566). Clemens Brentano bearbeitete es ebenfalls nach Montanus als Mährchen vom Schneider Siebentodt auf einen Schlag in Die Mährchen vom Rhein (1810–1812). Auch Ludwig Bechstein übernahm es nach Montanus in sein Deutsches Märchenbuch als Vom tapfern Schneiderlein (1845 Nr. 2, 1853 Nr. 1). Es gelangte auch in Ernst Heinrich Meiers Deutsche Volksmärchen aus Schwaben, 1852 als Das tapfere Schneiderlein (Nr. 37). Zudem ist das Märchen in ähnlicher Form auch im norwegischen und isländischen Sprachraum bekannt.

  1. Martin Montanus: Von einem könig, schneyder, rysen, einhorn und wilden schwein. In: Johannes Bolte (Hrsg.): Martin Montanus Schwankbücher, 1557-1566. 5. Wegkürzer. Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart, Buchdruckerei H. Laupp jr., Tübingen 1899, S. 19 ff. (archive.org).
  2. Ludwig Bechstein: Vom tapfern Schneiderlein. In: Deutsches Märchenbau. 5. Auflage. Verlag Georg Wigand, Leipzig 1847, S. 5 ff. (archive.org).
  3. Ernst Meier: Das tapfere Schneiderlein. In: Deutsche Volksmärchen aus Schwaben. 1. Auflage. Carl Peter Scheitlin, Stuttgart 1852, S. 129–134 (wikisource.org).
  4. Reimund Kvideland, Hallfreður Örn Eiríksson (Hrsg.): Norwegische und Isländische Volksmärchen. Akademie-Verlag, Berlin, 1988, S. 242–245; Übersetzung von Karin Machnitzky.
  5. Adeline Rittershaus: Sieben auf einen Streich!. In: Die neuisländischen Volksmärchen. Ein Beitrag zur vergleichenden Märchenforschung. Max Niemeyer, Halle 1902, S. 383–386; Digitalisat. zeno.org.