Deutsche Dialekte

Die deutschen Dialekte oder deutschen Mundarten sind die eigenständig aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen beziehungsweise dem Alt- und Mittelniederdeutschen entwickelten, von der deutschen Schrift- oder Standardsprache genetisch unabhängigen, landschaftlich geprägten Formen der deutschen Sprache. Diese Mundarten bilden in ihrer Gesamtheit einen Teil des kontinentalgermanischen beziehungsweise westgermanischen Dialektkontinuums.

Im soziolinguistischen Kontext können die deutschen Dialekte weitgehend definiert werden als die westgermanischen Sprachvarietäten, für die Standarddeutsch die Kultursprache und/oder die am engsten verwandte Sprache ist.

Die Hauptunterteilung der deutschen Dialekte basiert traditionell auf dem Grad der Beteiligung an der zweiten Lautverschiebung: vollständig, teilweise oder fehlend. Daraus ergeben sich die drei Hauptkategorien Oberdeutsch, Mitteldeutsch und Niederdeutsch. Außerhalb dieser Einteilung steht das Niederfränkische, das in gewisser Hinsicht eine Sonderkategorie bildet, da es in einem historischen Kontinuum mit dem Altniederländischen und nicht dem Althoch- und Altniederdeutschen steht.

  1. Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte. In: Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke, Herbert Ernst Wiegand (Hrsg.): Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung, 2. Halbband. De Gruyter, Berlin / New York 1983, ISBN 3-11-009571-8, S. 807–900.
  2. J. Goossens: Zum Verhältnis von Dialektologie und Soziolinguistik. Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, 48. Jahrg. (1981), H. 3, S. 299–312.