Elektrowerke

Elektrowerke Aktiengesellschaft
Rechtsform Aktiengesellschaft (1892–1986)
GmbH (1986–2000)
Gründung 1892 (als Braunkohlenwerk Golpa-Jeßnitz AG)
1915 (als Elektrowerke AG)
Auflösung 16. Juni 2000
Auflösungsgrund Fusion der Dachgesellschaft zu E.ON Energie, Aufgehen in E.ON Netz
Sitz Halle (Saale) (1892–1915)
Berlin (1915–1946)
Bonn (1951–1990)
München (1990–2000)
Branche Energiewirtschaft

Die Elektrowerke A.G. (Abkürzung EWAG, zeitweise auch Reichs-Elektrowerke genannt) war ein Energieversorgungsunternehmen mit Hauptsitz in Berlin. Vorläufer war die 1892 als Tochter der AEG gegründete Braunkohlenwerk Golpa-Jeßnitz AG hervor, deren Tätigkeit sich auf die Erschließung von Braunkohlegruben im Bitterfelder Bergbaurevier und Weiterverarbeitung der dort geförderten Vorräte erstreckte. Mit dem Bau des damals weltgrößten Dampfkraftwerks in Zschornewitz stieg das Unternehmen 1915 in die Produktion elektrischer Energie ein und änderte seinen Namen. Während des Ersten Weltkriegs geriet sie als kriegswichtiges Unternehmen in den vollständigen Besitz des Deutschen Reiches und errichtete mit der Golpa-Leitung eine der ersten deutschen Fernstromleitungen zur Versorgung eines Berliner Aluminiumwerks.

In den 1920er Jahren baute die ab 1923 zur Vereinigte Industrieunternehmen AG (VIAG) gehörende EWAG eine Großversorgung aus den Kraftwerken des mitteldeutschen und Lausitzer Reviers auf und errichtete zur Verteilung der elektrischen Energie ein 110-kV-Hochspannungsnetz. Über dieses bestanden Verbindungen mit der Berliner Bewag, dem Märkischen Elektrizitätswerk, dem Elektrizitätswerk Sachsen-Anhalt, der AG Sächsische Werke und der oberschlesischen Ostkraftwerk AG. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde erneut eine Kriegswirtschaft aufgebaut, für die Versorgung der Rüstungsunternehmen, wie auch der Erschließung von Ressourcen in Österreich begann die EWAG unter staatlicher Regie den Aufbau eines als Reichssammelschiene bezeichneten 220-kV-Netzes.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlor die EWAG ihre Besitztümer in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der späteren Deutschen Demokratischen Republik und in Österreich und damit alle ihre Kraftwerke. Bis zur Umwandlung in eine GmbH 1986 war die westdeutsche EWAG noch Betreiber einiger 110- und 220-kV-Leitungen in West-Berlin und Bayern, die daraufhin an die Bewag bzw. das Bayernwerk abgetreten wurden. Bis zum Ende der VIAG im Jahr 2000, als sie mit der VEBA zur E.ON fusionierte, wurden in der EWAG GmbH die Anteile der VIAG an Unternehmungen im Energiebereich gebündelt.